Kwako's Blog

Just another WordPress.com site

Neue Heimat !? August 20, 2010

Filed under: Uncategorized — kwakoarne @ 10:16 am

Heute ist schon wieder Freitag, d.h. dass ich mich seit 4 tagen nicht mehr in der Obhut des AFS-Staffs und der anderen Freiwilligen befinde und mich ohne eine weitere Eingewöhnungsphase – so gut es geht – an den ghanaischen „way of life“ anpassen muss.
Nun gut, nicht ganz alleine. Fabian, der bis jetzt noch nicht zu seiner Host-Family gehen kann, ist erstmal mit mir zusammen in meiner Host-Family untergebracht, was das Aneignen der ghanaischen Gepflogenheiten etwas leichter macht, da ein Austausch möglich ist.

Meine Gastfamilie besteht aus insgesamt 9 (!) Personen. Ich bin leider noch nicht ganz dahintergekommen, inwiefern wer mit wem verwandt ist 😀 , aber das wird bestimmt noch kommen. So weit ich es verstanden habe leben Vater & Mutter mit 4 Söhnen und 3 Cousinen in einem Haus, ich kann mich aber auch täuschen, da die Familiensituation nicht gerade übersichtlich ist. Ich wohne in einem relativ armen Viertel außerhalb Accras in einem großen Haus. Da die Mutter Schulleiterin einer Secondary School ist, ist die Familie vergleichsweise wohlhabend.

Am meisten zu tun habe ich mit den jüngsten 2 Brüdern (17 und 19 Jahre alt), da sie im Moment Schulferien haben und deswegen zu Hause sind. Leider mögen diese beiden das ghanaische Fernsehen sehr gerne -.- . Am häufigsten gucken die 2 irgendwelche Serien, die vom Inhalt mit der deutschen Serie „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ sehr gut vergleichbar sind, da es sich meistens um irgendwelche Familien-Intrigen gekoppelt mit persönlichen Liebes-Affären handelt (ich meine, dass „GZSZ“ so, oder so ähnlich gewesen sein muss).
Was die Professionalität anbelangt, stehen sie deutschen Serien wie z.B Lenßen & Partner in nichts nach.
Ich hoffe diese Beschreibung braucht keine persönliche Wertung mehr!?

Auf der anderen Seite konnten wir aber auch schon viel Spaß mit den Beiden haben. Gestern haben wir zum ersten Mal auf ghanaische Art&Weise Fußball gespielt. Man kann es sich so vorstellen, dass ein möglichst freier Platz zwischen versch. Häusern gesucht wird und dieser von 2 sehr kleinen, selbstgebauten Toren begrenzt wird. Dabei wird auf dreckige Pfützen keine Rücksicht genommen. Gespielt wird selbstverständlich barfuss oder mit FlipFlops. Man kann sehr gut merken, dass die Jungs aus der Nachbarschaft nicht selten auf so kleinem Raum Fußball spielen, da es wirklich nicht leicht war, ihnen den Ball abzunehmen. Ich wurde nach dem Match von den Beiden als Michael Ballack getauft, was ich auch nicht vorenthalten möchte 😉

Nach 4 freien Tagen bei der Familie freue ich mich wirklich auf mein Projekt und auf selbstständiges Reisen mit dem sog. „TroTro“ durch Accra und hoffentlich später einmal durch ganz Ghana. Das TroTro kann man sich wie einen VW-Bus vorstellen, der von bis zu 14 (!) Personen gleichzeitig benutzt wird. Gewöhnen muss ich mich auf jeden fall ans Essen, das mir nicht immer Freude bereitet. Ich hoffe mal, dass dies mit der Zeit geschehen wird.

Das war’s erstmal von meiner Seite.

Gruß, Arne

Advertisements
 

Ankunft in Ghana August 17, 2010

Filed under: Uncategorized — kwakoarne @ 10:44 am

Soooo,

ich hab so viel zu erzaehlen, weiss aber gerade gar nicht, womit ich anfangen soll. Dann fang ich langweiligerweise einfach mal mit dem Flug und der Ankunft an.

Als wir (14 Freiwillige) nach einem 6,5-stuendigen Flug aus der Maschine gestiegen sind, schien uns nicht die erwartet heiss knallende  Sonne Afrikas auf den Kopf, sondern nahmen nur eine ziemlich drueckende Luftfeuchtigkeit wahr. Der Himmel war nur grau. Im Flughafengebaeude war nicht annaehernd so viel los, wie vorher in Frankfurt und alles war etwas ruhiger und gelassener.

Die erste nicht fluechtige Begegnung mit Afrikanern sollte allerdings einen faden Beigeschmack behalten: als wir nach der Gepaeckaufnahme den Flughafen mit 2 Mitarbeitern von AFS Ghana verlassen haben, sind mir zwei Ghanaer, von denen ich nicht wusste ob sie zu AFS gehoeren oder nicht, entgegengekommen, wovon mir  einer meinen Koffer abnahm. Zunaechst war ich skeptisch und achtete darauf, dass er auch wirklich dahin laeuft, wohin die anderen Freiwilligen gingen. Als der Koffer dann allderings in den AFS-Bus eingeladen worden war, war ich mir sicher, dass sie zu AFS gehoerten. Waehrend ich dann in den Bus steigen wollte, fingen diese beiden vermeintlichen AFS-Mitarbeiter mich ab und sagten mir, sie wollen Geld haben, was mich sehr irritierte. Zu dieser Konfusion trug bei, dass ich noch nicht in der Lage war Farbige auseinanderzuhalten (klingt komisch, ist aber so 😉 ) und das afrikanische, schnell gesprochene Englisch nicht verstehen konnte. Ich war kurz davor den verlangten Preis zu bezahlen, bis ich endlich einen klaren Gedanken fassen konnte und zu dem Ergebnis kam, dass AFS erstmal keine Kosten verlangen wuerde. Ziemlich konfuse Situation, die diese Maenner ausnutzen wollten, da ich ihnen fast 20 cedis gegeben haette.

Nach dieser ueberstandenen Situation und der ersten Weisheit, immer „alle Alarmglocken anzuhaben“, ging es dann weiter zum Hostel.  Auf dem Weg zum Hostel habe ich den ersten Eindruck von der Stadt Accra bekommen. Waehrend einer typisch ghanaischen Autofahrt durch Accra (hektisch, mit viel Gehupe und ohne viel Ruecksicht auf Verluste), fiel auf, dass sehr viel Muell am Strassenrand lag und dass einige Gebaeude im deutschen Sinne „stark renovierungsbeduerftig“ aussahen. Ausserdem sind wir das erste mal mit dem bluehendem Handel, der auf Accras Strassen betrieben wird, in Kontakt gekommen: Vor Ampeln oder sonstigen „Traffic Jams“ tauchten Ghanaer auf, die alle moeglichen Gueter (von Super-Kleber und Ananas bishin zu Schuhenund Sim-Karten) auf den Koepfen transportierten und diese durchs Autofenster verkaufen wollten. Sobald man einen dieser „Haendler“ auch nur angeguckt hat, wollten sie einem etwas andrehen.

Am Freitag dem 13.August (huhu) fing dann unser AFS-Orientation-Camp an. Hierbei wurden wir auf versch. Dinge vorbereitet, die uns im Alltag begegnen werden. Wie wir uns z.B. verhalten sollten, wenn wir das Essen der Gastfamilie nicht moegen sollten oder wie man sich in Ghana fortbewegt etc. Allerdings wurde uns all dies auf die „ghanaische Weise“ beigebracht. Waehrend wir in Deutschland zeitplangetreu vorbereitet wurden, wurde hier alles etwas entspannter angegangen. Wir hatten zwar einen Zeitplan, dieser wurde allerdings nicht immer ganz genau eingehalten. SO stoerte es z.B. niemanden, wenn eine Einheit weggelassen wurde oder einfach mal um 50 % gekuertzt. Auf der anderen Seite hetzen uns die Betreuer manchmal morgens in den Bus, damit wir morgens puenktlich um 8 im Afs-Buero ankommen, nur um uns dann eine halbe Stunde im Vorbereitunsg-Raum warten zu lassen. Aber so sind die Ghanaer wohl einfach.

Am Sonntag sind wir mit unserem Baby-blauen AFS-Bus und mehreren Mitarbeitern etwas ausserhalb Accras an den Strand gefahren. Bis wir endlich ankamen haben wir das erste mal ghanaische Natur gesehen, die sehr schoen ist. Leider sah der Strand auch etwas ausserhalb der Metropole nicht so schoen aus, da sehr viel Muell angespuelt wird und am Strand liegen bleibt. Trotzdem war es ein sehr schoener Tag. Die Brandung war echt super und zum ersten mal habe ich mit ein paar ghanaischen Jungs Fussball gespielt, was sehr viel Spass gemacht hat. Spaeter wurde zu ghanaischer Musik getanzt und frische Orangen wurden serviert. Dabei vergassen alle die Zeit, was schliesslich dazu fuehrte, dass sich jeder trotz vorherigen Eincremens mehr oder weniger verbrannte.

Das Essen in Ghana ist auf jeden Fall sehr scharf! So langsam gewoehnt sich wohl unsere Zunge an den scharfen Geschmack der Speisen, aber gewoehnungsbeduerftig war es allemal. Gewoehnungsbeduerftig war auch eine sehr populaere Mahlzeit der Ghanaer. Das sogenannte Fufu wurde uns gleich am 3. Tag serviert.  Ehrlich gesagt ist es ein klebriger Schleimklopps, der in einer gefaehrlich scharfen Suppe serviert wird! Ich hab mich gequaelt es aufzuessen. Ansonsten ist das Essen sehr eintoenig (zumindest bis jetzt).Meistens gibt es Reis mit Fleisch , manchmal auch Bohnen oder Nudeln. Was mir am ghanaischen Essen am besten gefaellt, sind die frischen Obst- und Gemuesesorten, die man zwar nicht zum Essen dazu bekommt, aber jeder Zeit auf dem mobilen Strassenmarkt kaufen kann. Die frischen Annannannannesser und Orangen etc. sind wirklich sehr lecker!

Naja, ich hoffe es war erstmal ein wenig interessant. Weiteres wird folgen. Ich koennte zwar mehr schreiben, muss morgen aber fit sein, da wir morgen frueh zu unsereren Gastfamilien gebracht werden, was ich sehr spannend finde und wobei ich natuerlich nicht gleich einen zu schlaefrigen Eindruck hinterlassen moechte. Ueber Kommentare wuerde ich mich freuen, bis bald! Arne