Kwako's Blog

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Gastfamilienwechsel September 24, 2010

Filed under: Uncategorized — kwakoarne @ 5:54 pm



Als ich von meinem Trip wiedergekommen bin, hiess es dann auch gleich schon wieder mal “Koffer packen”. Am Montag vor meiner Abreise nach Akim Oda (letzter Artikel) bin ich im AFS-Buero ins Internet gegangen. Aber dann ist auf einmal die fuer Gastfamilien zustaendige Frau zu mir gekommen und har mir einfach mal ganz spontan gesagt, dass ich naechste Woche meine Gastfamilie wechseln werde! Ich dachte eigentlich, dass ich schon in meiner staendigen Gastfamilie war, aber entweder hab ich da was falsch verstanden oder AFS Ghana auf die wunderbar ghanaische Art und Weise verplant und verschlafen. Naja. Was solls. Gastgeschenke hatte ich zum Glueck noch! J

Ich hab dann auf jeden Fall das letzte Wochenende bei meiner ersten Gastfamilie verbracht, an dem wieder nicht viel passiert ist, was an den Wochenenden meistens so war. Allerdings haben Fabian, der demnaechst auch in eine andere Gastfamilie kommt, mein Gastbruder (vllt auch Cousin!?) und Ich Stoffe ausgesucht und Masse abnehmen lassen, um dann daraus speziell angefertigte ghanaische Gewaender machen zu lassen, die uns unsere Gastmutter schenken wollte, vllt sowas wie ein „Abschiedsgeschenk“? Keine Ahnung. Leider habe Ich mein Gewand immer noch nicht abgeholt.

Dann am Montag war es wieder so weit. Abschied nehmen, was mir aber allerdings gar nicht mehr so schwer faellt, hab mich wohl dran gewoehnt. Gleichzeitig war ich ziemlich nervoes, weil ich nicht wusste, was mich erwartet. Es haette besser, aber auch viel schlechter werden koennen. Leider musste Ich an diesem Montag immer relativ lange warten, sodass mir diese Fragen imer wieder durch den Kopf schossen. Erst waehrend der Autofahrt zum AFS-Office ( die Fahrt durch Accra hat mal wieder 3 Stunden gedauert, wegen dem Verkehr! -.-) und dann im Office, wo ich dann auch nochmal 3 Stunden rumgelungert hab, bis ich zu meiner neuen Gastfamilie gebracht wurde.

Ich kann zum Glueck sagen, dass Ich mir alle Sorgen umsonst gemacht habe! Ich mag meine neue Gastfamilie wirklich sehr! Es ist mit zwar immer noch nicht klar, wie viele Menschen jetzt wirklich auf dem Grundstueck wohnen, aber die Leute mit denen ich zu tun hab, sind mir sehr symphatisch.  Auch weiss Ich noch nicht wirklich, wer hier wie, mit wem verwandt ist. Hier leben 2 Damen im Alter von 50-65 ( ich kann Ghanaer seeehr schlecht einschaetzen! Hab mal einen auf 28 geschaetzt, der knappe 20 Jaehrchen aelter war!) Eine davon ist meine Gastmutter, die andere wohl meine  Tante. Dann ist da noch Kweku, ich glaube mein Onkel, und die Kinder. Zwei kleine Brueder (oder Cousins im Alter von 10 und 13),zwei Schwestern (oder Cousinen, 17 u. 25)  und Desmond (21 Jahre alt), von dem Ich mir sicher bin, dass er mein Gastbruder ist. Ich schlafe mit ihm auf einem Zimmer. Alle Angaben sind ohne Gewaehr! Auf dem Grundstueck sind insgesamt 2 Wohnhaeuser und ich weiss absolut nicht, wer alles in dem anderen ein und aus geht. Ich werdet euch jetzt sicherlich fragen, warum die Familienkonstellation schon wieder so unuebersichtlich ist und ich nicht einfach nachfrage. Das hab ich mich auch gefragt. Hab aber zum Glueck erstmal eine Mitarbeiterin von AFS gefragt, die mir dann gesagt hat, dass das hier in Ghana ein sehr sensibles Thema ist und man damit schnell unbewusst beleidigen kann. Man kann am besten erstmal abwarten. Mach ich dann am besten auch mal.

Ich will gar nicht mal unbedingt sagen, dass die neue Familie mehr Geld hat als die andere, aber sie nutzt ihr Geld – aus meinen Augen – besser, bzw. anders. Wir haben zum Beispiel jetzt eine Waschmaschine!!! Das bedeutet, dass Ich mir meine Haende nun nicht mehr beim Waschen blutig reibe (ich hab das immer irgendwie falsch gemacht) und danach nicht mehr mit den blutigen Haenden in die scharfe Fufu-Sosse greifen muss! Ihr koennt Euch nicht vorstellen, wie das brennt! Die anderen Freiwilligen beneiden mich jetzt schon um die Waschmaschine. In einem meiner Artikel hab ich ueber das Fernsehverhalten meiner ersten Gastfamilie berichtet. Die haben auf jeden Fall immer das „traditionelle“ Fernsehen Ghanas mit extrem schlechten Serien und Shows verfolgt. Da meine neue Familie sehr fussballbegeistert ist, haben die sich ein Extra-Paket freischlaten lassen ( vllt. so aehnlich wie Premiere), mit dem man sehr viele europaeische Fussballspiele ( Champions League, Premier League, Bundesliga .. usw.) und zusaetzlich Sender wie Discovery Channel und so weiter empfangen kann! Wenn ich nun zum Fernsehen gucken komme, dann lohnt es sich meistens 😉 Erstaunlich ist, wie die sich wirklich in jedes Fussballspiel extrem reinsteigern koennen, Partei ergreifen und dann bei Toren rumschreien wie die Verrueckten. Fussball gucken ist hier jedes Mal ein Erlebnis. Ausserdem habe ich hier Internet! Das ist wirklich hoechstselten in ghanaischen Gastfamilien! Glueck gehabt. Als ich dann also angekommen bis, hat mich meine Gasttante (ohne Gewaehr) erstmal gefragt, ob ich Hunger hab. Dieses Essen wuerde mir zeigen, womit ich mich die naechsten nur noch 9 Monate abplagen muesste. Es bestand aus: Pommes mit Thunfisch- Sandwiches !! Ich habe in Ghana, abgesehen vom Pizza-Essen, selten so reingehauen! Da meine Tante einen eigenen Catering-Betrieb hat, weiss sie wirklich etwas mit ihrer Kueche anzustellen! Ausserdem wird immer Ruecksicht auf die westlichen Geschmaecker genommen ( da sie schon viele Europaeer und Amerikaner aufgenommen haben), was sich dann daran zeigt, dass ich etwas anderes kriege, wenn sie selber Kenke oder Banku (Fufu-aehnlich) essen. Ich mag das Essen wirklich sehr! Ich werde versuchen, demnaechst mal ein paar Bilder davon hochzuladen. Trotzdem will ich versuchen diesen Status als „Sonderfall“ abzulegen und mich auch an die typischen Speisen zumindest versuchen zu gewoehnen. Ein weiterer Vorteil ist die Lage in der Stadt Accra. Ich lebe in Dansonman, das ist ein Viertel im Suedwesten der Stadt und brauche zu meinem Arbeitsplatz und zum Zentrum der Stadt jetzt nur noch 45 Minuten mit dem TroTro, was ne Menge an Zeit und Nerven einspart!

So, das war’s erstmal wieder von mir. Jetzt seid Ihr wieder dran 😉 Ich hoffe demnaechst mal ein paar mehr Bilder hochladen zu koennen, was hier aber wirklich nicht so einfach ist. Schauma mal!

Liebe Gruesse, Arne!

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September 21, 2010

Filed under: Uncategorized — kwakoarne @ 12:00 am



 

Mein erster Trip September 20, 2010

Filed under: Uncategorized — kwakoarne @ 11:18 pm

Wie angekuendigt, bin ich vor-vorletzte Woche vom 7-10 September (lang ists her, die zeit vergeht schnell hier) mit dem TroTro nach Akim Oda gefahren, was ca. 130 km nordwestlich von Accra liegt, um dort ein paar Tage im Gruenen zu verbringen und AFS-Bekannte zu besuchen. Obwohl wir “nur “ca. 130 km zu fahren hatten, haben wir ungefaehr 3 Stunden gebraucht. Zwar musste Ich diese 3 Stunden in einem wirklich engen TroTro verbringen, aber die Reise war es auf jeden Fall wert!

Nach 1,5 Stunden Fahrt haben wir (Amina von AFS und Ich) Accra endlich hinter uns gelassen. Mir ist zum ersten Mal so wirklich bewusst geworden, wie gross diese Metropole wirklich ist. Als das TroTro von der relativ gut befestigten Kuestenstrasse rechts abgebogen (die Strasse Richtung Norden) ist, konnte ich zum ersten Mal das gruene Afrika sehen, wie ich es mir vorgestellt hatte. Links und Rechts konnte man gruen in allen moeglichen Variationen sehen, bis der Blick irgendwann von einem in der Ferne stehenden Baumriesen verdeckt wurde. Bis dahin unberuehrte Natur. Diese Aussicht ist wirklich kaum zu beschreiben. Hin und wieder sind wir dann durch kleine afrikanische Doerfer gekommen, die mein Bild von Afrika/Ghana viel besser wiederspiegeln als die Huetten im vollgestopften Accra. Die Strassen sind leider nicht  mehr so gut gewesen, sodass der Fahrer ploetzlich irgendwelchen Schlagloechern ausweichen musste, was meinen an Metall gepressten Knien nicht unbedingt guttat. Teilweise bestand die Strasse nur noch aus rotem Sand, der vom letzten Aufbaeumen der Regenzeit (muesste bald vorbei sein) aufgespuehlt wurde.

In Akim Oda angekommen, haben wir sehr viel mit den anderen 5 Afs-Freiwilligen unternommen. Wir hatten auch das Glueck, das in dieser Kleinstadt ein Koch lebt, der 4 Jahre in Schweden gelebt hat und nun hier sein eigenes Restaurant mit dem passenden Namen “Global” aufgemacht hat, in dem er sowohl traditionell ghanaische Speisen, als auch Pizza, Schnitzel, Bratkartoffeln mit Spiegelei…usw. angeboten hat. Ich glaube, Ihr koennt euch vorstellen, wie oft ich da war 😉 Am Mittwoch waren wir in dem Pool eines relativ teuren Hotels und haben ein paar Bahnen gedreht, was der gestressten “accraischen” Haut guttat.

Der beste und interessanteste der Tage war aber am Donnerstag, als uns ein Ghanaer, der seit 28 Jahren in Deutschland lebt und nun zurueckgekommen ist, um sich um die Farm seines verstorbenen Vaters zu kuemmern, mit auf seine Farm nahm. Insgesamt gehoeren Ihm ( oder seiner Familie) rund 80 Hektar irgendwo im ghanaischen Gruen. Hauptsaechlich wurden dort Palmen angebaut aus denen dann spaeter zum groessten Teil Oel gewonnen wird. Das sogenannte Palmoel (z.B. Margarine oder Shampoo). Leider besitzt er nicht die Maschinen, um daraus ein halbwegs lukratives Geschaeft zu machen. Unsere ach so verantwortungsvollen Banken, die ihr Geld wohl lieber sinnvoll verpulvern, wollen Ihm auch keinen Kredit gewaehren (Achtung Ironie). Ein paar Hektar sind mit Orangen-Baeumen bepflanzt worden. Natuerlich haben wir hier einen Halt gemacht und Orangen frisch vom Baum gegessen. Die besten Orangen meines ganzen Lebens! Irgendwo im subtropischen Regenwald (Fachbegriff 😉 ) sind wir dann auf 3 Arbeiter getroffen, die mitten im Wald ihr Lager aufgeschlagen haben und den ganzen Tag aus diesen Palmen Palmwein und einen bestimmten Palmwein-Schnaps  gewonnen haben. Natuerlich mussten wir probieren. Der Palmwein war lecker, mehr sag ich dazu nicht 😉 . Auf dem Rueckweg von der Plantage mussten wir bis zum geparkten Auto einige Kilometer  wandern. Waehrend dieser Wanderung habe ich einer der ghanaischen Frauen einen Korb abgenommen, um diesen auf den Kopf zu transportieren, so wie das hier ueblich ist. Ich war froh, als wir endlich angekommen sind.

Ich glaube diese Woche hat mir wirklich gut getan. Es war gut mal aus Accra rauszukommen und zu sehen, was Ghana sonst noch zu bieten hat. Einerseits freue Ich mich auf den naechsten Trip, der auf jeden Fall kommen wird, da ich abgesehen von kleinen Eidechsen immer noch keine „besonderen“ Tiere gesehen habe. Andererseits bin ich froh, wieder in meinem eigenen Bett schlafen zu koennen, da das in Akim Oda nicht fuer mich gebaut war 😀

 

Erste Erlebnisse beim Projekt. September 6, 2010

Filed under: Uncategorized — kwakoarne @ 2:47 pm

Seit meinem letzten Eintrag ist schon wieder ne Menge Zeit vergangen. Dass ich mich seitdem noch nicht wieder gemeldet habe, liegt wahrscheinlich daran, dass ich vor 2 Wochen mit der Arbeit im Projekt angefangen habe.

Morgens komme ich auf meinem Weg zur Arbeit immer durchs „Arts Centre“, das laut Reiseführer der populärste Souvenirmarkt Accras ist, weshalb hier auch viele Europäer bzw. Weiße unterwegs sind, um mit den vielen Händlern über verschiedene Preise zu feilschen. Da ich logischerweise auch als „Europäer“ enttarnt werde, versuchen diese auch  mir jeden Morgen ihre Ware anzubieten. Ich als Morgenmuffel habe dann meistens überhaupt keine Lust mich von jedem zweiten Händler anquatschen zu lassen. Manchmal ist es gar nicht so einfach sie abzuwimmeln und ihnen zu erklären, dass man nur zur Arbeit geht und nichts kaufen möchte. Ich hoffe einfach mal darauf, dass sie mein Gesicht irgendwann kennen und mich verschonen.

Es ist allerdings schon interessant, hin und wieder mal einen Weißen anzutreffen, da man hier in Accra (wo man ausschließlich überdurchschnittlich pigmentierte Menschen zu Gesicht bekommt) unter den vielen Schwarzafrikanern manchmal schon fast vergisst, dass man ganz anders aussieht und sich total von der Masse abhebt. Während man im ersten Moment denkt: „Oh, was ist das denn? Da ist ja ein Weißer!“ fällt einem danach auf: „Achja, ich selber sehe ja auch so aus.“

Wenn ich das „Arts Centre“ dann endlich passiert habe, gehe ich noch an ein paar auf engstem Raum zusammengebauten Wohnhäusern vorbei und bin dann auch gleich bei meinem Projekt, der sogenannten „Street Academy“. Das Flachdach-Gebäude (Holz) beinhaltet drei Klassenräume, die jeweils nur von mobilen Trennwänden getrennt werden, eine einfache Küche und zwei Büros.
Unser „Schulhof“ wird von den Wäscheleinen unserer Nachbarn durchzogen und bildet irgendwie den Mittelpunkt von mehreren Wohnhäusern. So ein richtiger Schulhof ist es eigentlich nicht.
Alle Mitarbeiter sind – so weit ich das bis jetzt beurteilen kann – ganz nett und helfen mir bei der Eingewöhnung an meine neue Arbeit.

So wirklich viel arbeiten kann ich im Moment aber leider noch nicht. Da in Ghana im Moment Ferien sind, ist zur Zeit nur „vacation class“ (Ferienschule). In unserem Fall bedeutet dies aber etwas anderes. Diejenigen Schüler, die schon 3 Jahre zur Street Academy gegangen sind, bekommen nun ein Stipendium für eine staatliche Schule, für die sie normalerweise kein Geld hätten. Sie werden in den Fächern Englisch und Mathe nun noch einmal gezielt vorbereitet, damit sie in der staatlichen Schule einigermaßen gut mitkommen können. Die anderen bleiben zu Hause. Im Moment versuche ich mich als Lehrer-Assistent möglichst gut einzubringen, um so langsam zu spüren, wie diese Schule so „tickt“.

Abgesehen davon, habe ich die Fußball-Mannschaft der Street Academy am Freitag zum ersten Mal trainiert, da sie gleich am darauffolgenden Tag ein Turnier gegen andere Straßenkinder-fördernde Schulen hatte.

Ich war hoffnungslos überfordert!

Ich bin mit 23 Kindern (Jungen und Mädchen) im Alter von 10 bis 15 Jahren zu einem benachbarten Bolzplatz gegangen. Die erste Hürde war das Aufwärmen. Ich habe es nicht geschafft, den Kindern beizubringen, sich in 2 Reihen aufzustellen, um dann verschiedene Übungen zum Aufwärmen zu machen. Niklas, der schon seit Januar in dem Projekt arbeitet, hat sich zum Glück erbarmt mitzukommen, um mir ein bischen zu helfen. Mit seiner Hilfe und sehr viel Geduld hatten wir die Kinder dann so weit, sich in 2 Reihen hintereinander aufzustellen. Ich bin dann vor den Kindern hergelaufen und sie sollten nachmachen, was ich vormachte. Als ich mich das erste mal umdrehte, wollte ich am liebsten vor ihnen wegrennen! Aus dem Warmmachen in Reih und Glied haben sie ein Wettrennen gemacht. Es wurde zwar immer besser, aber mehr möchte ich nun nicht über das Training schreiben, das deprimiert mich zu sehr! 😉 Bei dem Turnier wurden wir immerhin 2ter!

Dann möchte ich noch von 2 Dingen erzählen, die das Leben hier sehr prägen!

Zum Einen vom TroTro-Fahren. Das TroTro ist das Fortbewegungmittel Nr. 1 hier in Accra.

Das TroTro an sich ist meistens ein Kastenförmiger Wagen, vergleichbar mit einem VW-Bus, in allen möglichen Längen. Oft handelt es sich dabei um einen aus Europa importierten Firmenwagen, der wahrscheinlich wegen den verschärften Abgasbestimmungen nicht mehr durch den TüV gekommen ist. So verschiebt sich die Klimaverpestung von Europa nach Afrika. Deshalb ist ein solches Fortbewegungsmittel nicht selten mit Schriftzügen wie „Elektro Meyer – wir habens, wer sonst?“ und Ähnlichem  beschriftet.

Je größer ein TroTro ist, desto profitabler ist das Befördern von Leuten mit ihm. Damit mehr Leute in so einem Gefährt unterkommen können, um wiederum mehr Geld einzunehmen, wird gerne mal in Kauf genommen, dass die Kunden solcher TroTro-Mobile sehr dicht aufeinandersitzen, vielleicht sogar kuscheln. Das kommt dann natürlich immer ganz auf die Essgewohnheiten seines Nebenmannes, oder wohl eher der Nebenfrau (die in Ghana oftmals sehr gut ernährt wurden) an. Da Beinfreiheit in so einem Ungeheuer ein Fremdwort ist, kommt es öfter mal vor, dass mir (ich bin      – in diesem Fall – leider etwas zu groß geraten) sämtliche Extremitäten während einer solchen Fahrt (zur Arbeit brauche ich meistens 1,5-2 Stunden) einschlafen. Beim Ausstieg habe ich dann einen entsprechend komischen Laufstil – haha!                                                                                   Manchmal kann ich mit meinem sich weiterentwickelnden Tro-Tro-Kennerblick aber auch die Plätze ausmachen, die am gemütlichsten sind, also am meisten Beinfreiheit haben. Der rechte Beifahrersitz (nicht der linke, weil da die Armaturen meinen Beinen im Wege sind) und der Platz direkt hinterm Fahrer (der allerdings auch zur Tortur werden kann, wenn der Motor darunter zu viel Hitze (!) ans Metall nach oben weiterleitet) sind meistens die besten Optionen.
Das gute am TroTro ist, dass es einfach nur billig ist. An einem Arbeitstag (2 Fahrten) bezahle ich umgerechnet nur einen Euro, obwohl ich ca. 3 Stunden darin verbracht habe. Außerdem hat so ein TroTro ein ganz besonderes afrikanisches Flair, vielleicht deshalb, weil man wirklich alle Alters- und  Reichtumsklassen wiederfindet.

Zum Anderen vom Essen.
Ich habe in meinem ersten Bericht schon einmal von meiner Begegnung mit dem ghanaischen Lieblingsessen erzählt. Das „Fufu“ habe ich damals als einen Schleimklopps beschrieben, der nach gar nichts schmeckt und den nur der Hunger reintreibt. Inzwischen (ich hab z.B. dieses Wochenende innerhalb von 24 Stunden 3mal Fufu gegessen) hab ich mich dran gewöhnt. Der Schleimklopps schmeckt zwar immer noch nach nichts, aber die scharfe (!) Soße und der Fisch dazu machen diese Speise zu einer Speise, die man essen kann und die mir hoffentlich immer besser schmecken wird. Auf der anderen Seite hat mich ein bischen Zeit in dieser Stadt zu verschiedenen anderen Köstlichkeiten geführt, die man nicht nur essen kann, sondern die dazu auch noch schmecken. So gehen Niklas, Martin (2 Freiwillige auch von der Sreet Academy) und ich jeden Tag in der Mittagspause zu der von uns liebevoll benannten „Egg-Bread-Frau“ ( also Eier-Brot-Frau), die es immer wieder schafft, mich mit einer besonderen Mischung aus Spiegelei, Salat und Weißbrot halbwegs zu sättigen – und das für etwas mehr als 50 Cent! Auch die Früchte in Ghana sind einfach der Hammer! Ich habe noch nie so gute Ananas gegessen. Nur ein Beispiel.

So das war’s erstmal wieder von meiner Seite. Ich werde nun erstmal eine Woche frei haben, bis es übernächste Woche wieder richtig los geht mit der Street Academy. Um einmal mehr von Ghana zu sehen und um das übel-riechende und verdreckte Accra mal hinter mir zu lassen, werde ich wahrscheinlich diese Woche nutzen, um AFS-Freunde in einem Dorf nördlich von Accra besuchen zu gehen. Natürlich werde ich diese 5-Stunden-Fahrt per TroTro auf mich nehmen. Möge mein TroTro-Kennerblick mich fuehren! 😉

Ohja, hinterlasst doch mal nen Gruß oder stellt ne gescheite Frage, damit ich auch merke, dass der Blog gelesen wird und ich mir die Mühe, die natürlich auch etwas Spaß macht, nicht umsonst mache.

Liebe Grüße, Arne