Kwako's Blog

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Januar 15, 2011

Filed under: Uncategorized — kwakoarne @ 11:20 am

Frohe Weihnachten, wenn auch sehr nachtraeglich! 😛

Nach meiner Reise ging es dann zurueck nach Accra, wo Weihnachten bevorstand, auch wenn es bei mehr als 30 Grad, kurzer Hose und T-Shirt absolut nicht in meinen Kopf ging. Die richtige Weihnachtsstimmung kam da nicht wirklich auf, aber ich glaube da sind die Deutschen auch echt verwoehnt. Bei der Street Academy-Weihnachtsfeier musste ich dann in das Gewand des Weihnachtsmannes steigen und seinen Bart anlegen, was bei den Temperaturen gar nicht so angenehm war, und durfte an die Kinder Weihnachtsgeschenke verteilen. Ansonsten wurde gegessen, getanzt. Das wars. Mehr gibt es von SA-Weihnachtsfeier nicht erzaehlen.

Noch am selben Tag bin ich nichtsahnend zu einem Stand gelaufen, um mir Handy-Credits zu kaufen, als mich ploetzlich eine Ghanaerin mit „Frohe Weihnachten“ begruesst hat. Erst dachte ich, dass es sich wieder nur um eine auswendig gelernte Floskel handelte, um damit vorbeilaufende „Obrunis“ (so werden Weisse oder Fremde in Ghana genannt) zu beeindrucken, es hat sich dann aber tatsaechlich herausgestellt, dass die aeltere Frau 27 Jahre in Deutschland gelebt hat und das beste daran war, dass sie nicht irgendwo gelebt hat, sondern in keiner anderen Stadt als Emden! „Ja, nicht alle Ostfriesen sind komisch“ hat sie nur gesagt 😀 SO klein ist die Welt.

Ansonsten war am 24 nichts mehr los, da in Ghana Weihnachten am 25 anfaengt. Leider hatte ich etwas zu grosse Erwartungen an diesen Tag, da er eigentlich wie jeder andere ablaufen sollte. Hinzu kam, dass eine meiner 2 „Haupttanten“ Weihnachten backend und bruzzelnd in der Kueche verbracht hat, was allerdings auch gewisse Vorteile schafft, da immer Meat-Pies, Muffins oder Chicken abzustauben sind! Lecker!  Schliesslich wurden dann irgendwann um 7 Uhr die wenigen Geschenke ausgepackt, die sich unter unserem Fake-Weihnachtsbaum angesammelt hatten und danach gab es ein Weihnachtsessen. Es gab Salat, Jollof Rice (gewuerzter Reis) und einen GANZEN (ein ganzes!?) Chicken! Das Essen war ziemlich lecker (auch wenn es in Ghana bei so gut wie jeder Festivitaet Reis und Chicken gibt. Nicht besonders kreativ! ), aber Weihnachtsstimmung kam auch hier nicht auf. Es war nicht zu vergleichen mit dem deutschen familiaeren Weihanchtessen. Es lief vielmehr so ab, dass jeder fuer sich gegessen hat und dann irgendwann aufgestanden ist, um wieder Fernsehen zu gucken oder Aehnliches. Meine aeltere Gastschwester konnte leider nicht dabei sein, weil sie leider gerade in diesem Moment weggehen musste, um sich Handy-Credits zu kaufen. Es wurde einfach nicht besonders viel Wert draufgelegt. Aber da ich mir nach wie vor einfach nicht vorstellen kann, dass Weihnachten war, habe ich es auch nicht vermisst, was wahrscheinlich ganz gut war.

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Onkel Kweku, Tante Nancy, Verwandte, ihr Sohn Adam und unser wunderbares Weihnachtessen! :) Nachdem ich den Gockel zerteilen durfte, sah er allerdings nicht mehr so ansehnlich aus ;)

Am 26 bin ich dann morgens mit einer meinen beiden Gasttanten und Kwesi (Gastbruder, 11) zur Kirche gefahren und auch hier war Weihnachten so gut wie gar nicht vorhanden. Am Anfang wurde nur gesungen und getanzt, was immer ziemlich viel hermacht als Zuschauer, aber nicht mehr so schoen ist, wenn einem dann auffaellt, dass alle um einen herum tanzen koennen 😉 Zu Beginn gabs also sehr viel Musik und dann gings es quasi nur noch darum Geld einzusammeln, weil es der letzte Gottesdienst im Jahr war. Zum Schluss gab es dann, weil Weihnachten war (also doch noch), ein gemeinsames Essen. Und ja, richtig geraten, es gab wieder Reis, Salat und Chicken!

Mein groesstes Weihnachtsgeschenk dieses Jahr war, dass mein Bruder Matthias mir gesagt hat, dass der Flug nach Ghana fuer den 28 Dezember gebucht ist! Dazu ein anderes mal. Ich hoffe ihr seid alle gut ins neue Jahr gekommen! Bis demnaechst. Ich versuche in Zukunft weniger auf einmal zu veroeffentlichen, aber das ist wohl auch nur einer dieser Vorsaetze 😉

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Dezember Januar 9, 2011

Filed under: Uncategorized — kwakoarne @ 5:02 pm

MoinMoin,

Das letzte mal als ich mich gemeldet hab, war es noch November. Der Monat Dezember war ein sehr sehr gelungener Monat. Rueckblick:

Wie noch berichtet, haben wir von der Street Academy aus am 1 Dezember einen Aids-Awareness-Marsch durch Jamestown gemacht (armes Viertel Accras), um die teilweise sehr ungebildete Bevoelkerung auf Probleme wie Aids, aber auch Tuberkulose und andere Krankheiten hinzuweisen. Dabei haben die Kinder Plakate und Flyer bekommen, alle haben Street-Academy-gelbe Shirts getragen, wir wurden von einem kleinem Orchester mit Trommeln und Trompeten begleitet, jeder ( also fast jeder 😉 ) hat auf die tyisch afrikanische Art und Weise vor sich hingetanzt und es wurde hoffentlich auch etwas vermittelt. Ausserdem war es auch sehr schoen zu sehen, wie sich unabhaengige Personen, die gerade auf der Strasse rumliefen, einfach an unseren Tross herangehaengt und mitgetanzt haben.

Noch am selben Tag habe ich mich mit einem Freiwilligen in Accra an einem der groessten Maerkte getroffen, um das TroTro nach Takoradi zu nehmen, von wo aus es weiter ging nach Busua. Leider bin ich krank gewesen, als ich nach der knapp 6-stuendigen Busfahrt (220 km fuer umgerechnet 3 Euro J ) endlich aus dem Bus gestiegen bin. Nach einem Tag im Bett ging es mir dann aber auch wieder besser. Als ich dann das erste mal an den Strand gegangen bin, war ich ploetzlich wieder kerngesund. Es war echt wunderschoen, kaum zu beschreiben. Meilenweiter, sehr feiner Sandstrand, blaues Wasser, sehr schoene Brandung, umgeben vom gruen der Palmen und Buesche, hin und wieder mal eine Kolonne von einheimischen Fischerbooten am Horizont und das alles begrenzt von ins Wasser ragenden Klippen zur linken und zur rechten in ein paar Kilometern Entfernung. Sehr schoen! Wenn man dann mal nicht im Wasser war hat man sich auf die schattige Veranda des Surf-Shops gesetzt, wo gemuetlich gegessen und getrunken wurde. Traumhaft. Das Surfen war allerdings echt nicht so einfach. Irgendwie braucht das wohl ne gewisse Zeit bis man sich auf Board schwingen kann ohne dabei umzufallen. Leider hatte ich so viel Zeit nicht. Am Ende des Urlaubs gings schon wieder bergab mit meiner Gesundheit. Irgendwie geht hier im Moment ein Virus um, der mal kommt und mal geht und irgendwie nicht so leicht aus dem Koerper zu entfernen ist. Insgesamt hat es 5 aus unserer Gruppe getroffen. Naja, trotzdem eine tolle Erfahrung und auch irgendwie erholsam, auch wenn es nur 2 richtige Tage waren.

Was ist eigentlich im Dezember noch so passiert? Es ist schon wieder so lange her…

Im ghanaischen Schulsystem wird ein Schuljahr in Terms (also Drittel) unterteilt. Am Ende eines jeden Terms wird eine Abschlusspruefung in allen Faechern geschrieben. Diese mussten natuerlich auch alle korrigiert werden, was ganz schoen viel Arbeit machte. Dabei war es teilweise ziemlich erschreckend was man zu sehen bekommen hat, aber auch ermutigend und zum Teil auch sehr lustig. Man hat an den Abschlusspruefungen leider auch gesehen, dass einige Schueler aus meiner Klasse ueberhaut nicht vorankommen. Wenn es dann also einen Lueckentext im Fach Englisch gibt und die Kinder in die Luecken die passenden Woerter reinschreiben sollen, aber einige nur die Aufgabenstellung „Fill in the correct word“ in diese Luecke schreiben, fragt man sich teilweise, ob sie ueberhaupt was gelernt haben. Aber auf der anderen Seite gibt es auch Faelle, ueber man sich sehr freut. Ein Junge, der schon 16 ist, ist am Anfang des Schuljahres in unsere Klasse gekommen und hat wirklich gar nichts gerafft. Mittlerweile zaehlt er zu den Besten der Klasse. Sowas ist ermutigend. Tschooaa.

Am Ende des Terms stand dann wieder Erholung auf dem Programm. Ich habe naemlich jetzt Ferien oder besser gesagt Urlaub! Vom 16.12 bis zum 11.1 ! Ich will hoffen eine Menge vom Land zu sehen und ein bischen rumzukommen, und vor allem nicht zu viele Dinge nicht gleich wieder zu vergessen, um sie dann aufschreiben zu koennen. Eines meiner Hauptziele ist es Tiere zu sehen, da ich bisher –  abgesehen von Krokodilen und kleinen Echsen – noch keine exotischen Tiere gesehen hab, sondern nur die in Accra zu Tausenden herumlaufenden Ziegen, Huehner und Hunde. Nicht besonders spannend!

Meine erste Reise ging in die Volta-Region, dahin wo der Volta ins Meer muendet und ein riesiges sog. Volta-Delta aufspannt. Wir sind abends um 6 in Accra in ein Tro-Tro gestiegen, als uns noch versichert wurde, dass die Fahrt eine Stunde dauern wuerde, vllt etwas mehr, wenn „traffic“ ist, also viel Verkehr. Natuerlich waren wir dann doch erst um 10 im Zielort. Als wir aus dem Tro-Tro gestiegen sind, haben wir uns dann ploetzlich inmitten einer Motorrad-Gang wiedergefunden, die jeweils anboten, uns zu transportieren. Im Dunkeln ging es dann ueber einige Sandpisten und auch durch einige sehr enge afrikanische Fischer-Doerfer, deren Haeuser allesamt nur aus Palmen-Blaettern geflochten waren. Als wir dann an einer Holzbruecke ankamen, konnten wir mit dem Motorrad nicht weiterfahren und sind zu Fuss die letzten Kilometer ins Beach-Camp gelaufen. Nach einem sehr schoenen naechtlichen Spaziergang waren wir dann doch froh als wir den schweren Rucksack ablegen konnten und uns im Zielort entspannen konnten. Es war noch besser als meine erste Reise nach Busua. Das Beach-Camp (das aus mehreren Schlaf-Chalets, einem „Restaurant“ und paar Pavillons – natuerlich alles aus Palme gebaut – bestand) war auf einer Landzunge gelegen, die von der einen Seite vom Atlantik und von der anderen Seite vom Volta, der sich im Delta zu einer riesigen Bucht verwandelte, umgeben. Zwischen Palmen und den Palmen-Hauesern des Camps habe ich dann in einer Haengematte den vierten Advent verbracht, was ich mir natuerlich gar nicht vorstellen konnte. Als wir dann mehr Lust auf Action hatten, haben wir die Brandung im Ozean genossen, die ich wirklich nicht haette unterschaetzen sollen (wurde einmal von einer Moerder-Welle mitgerissen und hab mir dabei Ellenbogen und Schulter am Sand aufgerissen, armer Arne L ) und wenn uns mehr nach gemuetlichem „Plantschen“ war, ging es ins Volta-Becken. Wer hat schon so eine Auswahl? J Leider war das Essen im Camp relativ teuer (keine deutschen Preise, aber fuer uns zu viel), sodass wir einen Nachmittag zurueck ins Dorf ( oder Stadt!?) gefahren sind, um bei einer Einheimischen einen Topf auszuleihen und auf dem Markt irgendwelche Zutaten einzukaufen, die man sich zusammen vorstellen kann. Leider haben wir nur einen Motorrad-Fahrer gefunden, sodass wir alle Drei ( Niklas, Tim und ich) platz nahmen und somit eine ziemlich verrueckte und lustige Motorrad-Fahrt hatten. Ich zumindest habe vorher noch nie vier erwachsene Menschen auf einem Motorrad gesehen. Versuch das mal in Deutschland! 😀

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unkonventioneller Transport in Ghana ;)beim Essen machen mit Niklas und Tim ein Bierchen trinken :)Die Aussicht aus der Haengemattenach einem traumhaften Wochenende auf dem Rueckweg etwas erschoepft

Zurueck im Beach-Camp ging es dann ans Feuer machen am Strand. Bei Sonnenuntergang fingen wir dann langsam an zu kochen. Es gab Spaghetti mit einer Tomaten-Sauce (wovon wir leider zu wenig gekauft hatten), frischen Tomaten, Zwiebeln, Knoblauch und Pepper (ziemlich scharf). Als wir dann endlich fertig waren, haben wir in einem der am Strand stehenden Fischer-Boote platz genommen und den Loeffel herumgereicht, sodass jeder mal drankam. Leider hat das Verhaeltnis der Nudeln zu den anderen Zutaten ueberhaut nicht gepasst und man war froh, wenn man mal auf ne Zwiebel oder Tomate gebissen hat. Dazu kam, dass der Wind einen gefuehlten Kilogramm Strandsand in den Topf geweht hat. Der aufmerksame Leser liegt also richtig, wenn er denkt, dass es kein grossartiges Geschmackserlebnis gewesen sein kann. Es handelte sich vielmehr um einen mit Tomaten-Sauce angehauchten Spaghetti-Brei, dessen Primaerziel es war, unsere hungrigen Maegen zu fuellen. Der Hunger trieb es rein. Abgesehen vom Resultat unseres Koch-Abenteuers,  war es echt schoen bei Sonnenuntergang am Strand bei einem kaltem Bierchen auf einem Lagerfeuer vor sich hinzukochen, was den Geschmack etwas vergessen laesst.

Der Weihnachtsbericht folgt! Versprochen! Mumetje! 🙂