Kwako's Blog

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Ne Menge! April 14, 2011

Filed under: Uncategorized — kwakoarne @ 4:37 pm

Inzwischen ist schon wieder so viel pasiert, dass ich ziemlich (!) grossen Respekt davor habe, mit dem Schreiben anzufangen, da es kein kurzer Bericht werden duerfte…

 

Das letzte mal als ich meinen Blog geupdatet habe, ging es um Weihnachten und darum, dass mein Bruder mich besuchen kommt. Das ist nun schon fast 4 Monate her :O  Wie angekuendigt, kam Matthias dann irgendwann am Flughafen an und ich hab mich natuerlich sehr darauf gefreut und konnte mir ueberhaut nicht vorstellen, wie es wohl sein wuerde, den Bruder ploetzlich an seiner Seite zu haben. Dieses ungewoehnliche, eigenartige Gefuehl liess dann aber schon nach wenigen gemeinsamen Stunden nach, es war schon fast wieder normal, dass er da war. Normal war allerdings nicht, was ploetzlich meine Geheim-Schublade fuellte. Von Salami, ueber Kaese, Schokolade, Keksen, Gummibaerchen, Kuchen, Nutella, Buechern, Weener Wasser bis hin zur H-Milch war wirklich alles dabei! Es war wohl eine der schoensten Bescherungen meines Lebens! 😉 Vielen Dank an alle Beteiligten! Leider muss ich zugeben, dass es nur ein paar mickrige Kaugummis und natuerlich die Buecher bis in den April ueberlebt haben.

 

Ich habe Matthias dann also die wenigen sehenswerten und interessanten Dinge in Accra gezeigt. Achtung, Accra ist wirklich keine Schoenheit. Vom Reisefuehrer LonelyPlanet wurde Accra zur zweithaesslichsten Hauptstadt der Welt gekuehrt. Sie ist ist als Stadt beschrieben worden „deren wahre Schoenheit man erst bei laengerem Aufenthalt realisiert“. Ich wuerde sie als Stadt beschreiben, die zwar hektisch, voll, laut, voll von Abgasen und Gestank, dreckig und staubig ist, aber die fuer mich nach einer gewissen Zeit wirklich einen ganz bestimmten Flair entwickelt hat. Ganz anders also als die ruhigen und sauberen Weiten Ostfrieslands, die ich natuerlich auch vermisse, auch wenn nicht ganz so viel los ist.

 

Zuerst habe ich Matthias dann durch das fuer ihn wohl gewoehnungsbeduerftigste Viertel Accras,  Jamestown, gefuehrt, danach ging es mit Ananas, Papaya und Keksen bewaffnet zu meinem Lieblingslatz in Accra, einer Klippe, die immer menschenleer ist (was hier sehr selten ist), am Atlantik und guter Sicht auf den Kuestenverlauf. Ausserdem habe ich ihm unser Schulgebaeude und das daran angrenzende Arts Centre gezeigt. Hier haben wir noch ein bischen in die ghanaische Wirtschaft investiert, wobei mehrere Ketten, Shirts und die Figur eines schwarzen Weihnachtsmannes erstanden wurden.

 

Nachdem wir und meine Gastbrueder Kwesi (11) und Papayaw (13) dann noch einen Tag im Pool eines hiesigen Hotels verbracht haben, sind wir dann am 31. auch ganz schnell aus Accra gefluechtet und haben eine 6 stuendige Bus-und TroTrofahrt mit Zielort Busua Beach (wurde schon von berichtet) auf uns genommen, wo wir Sylvester und ein paar weitere Tage verbracht haben. Mit ein paar anderen Freunden und Freiwilligen, teilweise von meiner Organisation, teilweise privat, haben wir dann ins neue Jahr gefeiert, was ein sehr ungewoehnliches Sylvester war, da wir nicht um 12 angefangen haben, wie verrueckt Raketen in die Luft gehen zu lassen, sondern wie Verrueckte in den Ozean gerannt sind. Auch war es eine Premiere nachts am 1. Januar am Lagerfeuer zu sitzen oder darum zu tanzen.

 

Nach ein paar weiteren wunderbaren Tagen in Busua, ging es dann weiter nach Cape Coast, ehemalige Hauptstadt der Kolonie „Goldkueste“. Hier haben wir uns die Burg an geschaut, die das weltweit groesste Museum zur Sklavereigeschichte beherbergt (ein bischen Kultur muss ja auch sein 😉 ) Es war recht bedrueckend durch die ehemaligen Gefaegnisse und Todesstaetten mehrerer Tausend Klaven zu laufen. Besonders krass war die „door of no return“, eine Tuer, durch welche die noch lebenden Sklaven gingen, um den finalen Weg aufs Sklavenschiff zu machen um nie wieder zurueckzukehren. Ironie des Schicksals war, dass direkt ueber dem groessten der Gefaegnisse, die erste Kirche Ghanas gebaut wurde, um damals das Christentum nach Afrika zu bringen.

 

Ausserdem haben wir uns noch einen Nationalpark und eine Krokodilfarm angeschaut, wonach es dann auch schon wieder zurueck nach Hause ging, um rechtzeitig wieder am Flughafen zu sein. So schnell waren dann die 11 Tage auch schon wieder um L Es war auf jeden Fall eine unvergessliche und schoene Tour, die mir u.a. auch gezeigt hat, wie sehr ich hier in Ghana schon angekommen bin und mich an einige Sachen gewoehnt hab, die fuer Matthias alles andere als normal waren. Ich kann mich nur zu gut daran erinnern, als ich das erste mal eine Person mit einem „szszszsz“ gerufen habe und Matthias mich  sehr verdutzt angeguckt hat. Mit diesem Geraeusch kann man Menschen „rufen“ und auf sich aufmerksam machen. Wenn man zum Beispiel in einem Restaurant den Waiter sprechen moechte, macht man einmal dieses durchdringende penetrante Geraeusch, guckt dabei den Waiter an, und er kommt. Aehnlich funktioniert das mit vorbeifahrenden Taxis oder Wasserverkaeufern, die auf der anderen Strassenseite vorbeilaufen. Ausserdem habe ich gemerkt, wie ich mich an das auch fuer mich sehr heisse Klima gewoehnt habe. Als wir im klimatisierten Bus den Weg nach Busua zurueckgelegt haben, war die Temperatur fuer Matthias das erste mal ertraeglich, waehrend die 24 Grad fuer mich viel zu kalt waren. Aehnlich war es nachts in Busua, waehrend es den vielen „Assimilierten“ schon zu kalt wurde, hat er es das erste mal als „angenehm“ empfunden.

 

Als Matthias wieder weg war, fing dann fuer mich der Alltag wieder an, also die Schule. Ich habe jetzt meine eigene Klasse, die ich zusammen mit Martin, einem anderen deutschen Freiwilligen, „unterrichte“. Die „Special Class“ ist eine echte Herausforderung und wirklich ganz schoen special. Unsere Schueler haben im vergangenen Herbst ihr erstes Schuljahr angetreten und mussten erst einmal lernen, wie man ueberhaut einen Stift richtig in der Hand haelt. Nein, ich bin nicht Lehrer einer Vorschulklasse. Unsere Aelteste  ist schon stolze 13 Jahre alt. Der Juengste duerfte um die 6 sein, obwohl wir das wohl auch nie so ganz sicher wissen werden. Uebernommen haben wir die Klasse von einem anderen deutschen Freiwilligen, Niklas, der uns ein gut bestelltes Feld hinterlassen hat (sie konnten nach 4 Monaten das „abc“ und die Addition bis 10, zumindest teilweise). Dieser verrueckte Bengel hat sich dafuer entschieden sein Flugzeug ohne ihn abfliegen zu lassen und befindet sich stattdessen irgendwo auf den Strassen bzw. Sandpisten Westafrikas mit dem Ziel Hamburg. Mal sehen, ob er es schafft vor mir im hohen Norden anzukommen. Ich gehe davon aus.

Zurueck zur Special Class. Ich wuerde sagen, dass ich nach 3 Monaten Arbeit echt urlaubsreif bin. Es ist wirklich sehr, sehr anstrengend, was wohl zum groessten Teil daran liegt, dass die Kinder extrem undiszipliniert sind. Gerade in den ersten Wochen musste ich erstmal herausfinden, wie man mit so einer Klasse ueberhaupt umzugehen hat.  Manchmal muss man einfach einsehen, dass man in dem Moment keine Chance hat die Klasse (nur 12 Schueler/innen) zu beruhigen, und setzt sich entweder hin und faengt an vor sich hinzusingen oder man macht einfach beim Quatsch der Kinder mit, um deren Aufmerksamkeit zu bekommen. Geduld ist dabei oftmals besser als das lauteste Schreien. Ich meiner ersten Woche war ich einmal so frustriert, dass ich ein Kind so laut wie ich nur konnte angeschrien habe. Dabei kommt es dann nicht darauf an, ob man Englisch, Deutsch oder Alt-Griechisch redet, da man sowieso nicht verstanden wird. Wenn mich damals mein Lehrer in der Grundschule so angebruellt haette, was natuerlich nie noetig war, haette ich den ganzen Tag bitterlich geweint. Dieses Maedchen hat sich kurz erschrocken, hat dann aber auch damit weitergemacht, womit auch immer sie gerade beschaeftigt gewesen ist. In Mathe haben wir es auf Addition bis 30 geschafft. In Englisch sind wir gerade dabei 2-Buchstaben-Worte zu lernen. Als ich dann Lovejoy (krasser Name oder?) zum Schreiben nach vorne geholt habe, konnte er mir zwar „GO“ nicht an die Tafel schreiben, dafuer aber die Namen aller Charaktaere von Mario Cart. Zu ihm werde ich mich demnaechst nach Hause einladen lassen. Elternsprechtag oder so. Videospiele koennen also doch bildend sein! Ein ganz grosses Problem ist der unterschiedliche Wissensstand der Schueler. Macht man Unterricht fuer die einen, langweilen sich die anderen und wozu Langeweile fuehrt wissen wir ja. Ausserdem verstehen sie es einfach nicht, dass man einfach mal kurz warten kann, bis Sir Arne oder Sir Martin z.B. mit dem Austeilen der Bleistifte fertig sein, stattdessen werden wir immer wieder (und wirklich immer wieder) darauf hingewiesen, dass das Radiergummi noch fehlt. „Eraser!! Eraser!! Sir Arne! Eraser!! …“ zwei Ausrufezeichen bedeuten besonders laut geschrieen. Was an der Arbeit ziemlich deprimierend ist, ist der fehlende Respekt. Wenn wir an der Tafel etwas erklaeren moechten, ist es gut,wenn ein Drittel der Klasse zuhoert, zumindest fuer einen kurzen Moment. Wenn ich dann aber mal den ghanaischen Lehrer einer anderen Klasse frage, ob er es kurz auf der Landessprache nochmal erklaeren koennte, damit es alle verstehen, hoeren alle wie gebannt zu. Ich weiss nicht, ob es daran liegt, dass wir zu jung sind, sie wissen, dass wir auf keinen Fall „Hand anlegen werden“, die Stammessrache nur bruchteilhaft koennen oder schlichtweg daran, dass wir weiss sind.

 

Auch ausserhalb der Schule ist eniges passiert. Ich habe mir im Januar beim einem sehr teuren Import-Supermarkt fuer Reiche Westler Kartoffeln gegoennt !!! Zusammen mit Zwiebeln, Knoblauch, Tomaten, Ei  und – Achtung jetzt kommts – Matthias‘ Kaese hab ich mir Bratkartoffeln gebruzzelt, was ungefaehr das leckerste Essen des Jahres war, auch wenn sich das fuer euch nicht allzu spektakulaer anhoeren mag. Als meine Gasttante das probiert hat sagte sie nur, sie wuerde in Zukunft oefter Kartoffeln kaufen J Es kann also nicht soo schlecht gewesen sein.

 

Ein anderes Highlight dieses Jahres war das AFS-Midstay, eine fuer weltwaertsler verpflichtende Angelegenheit, bei der das zurueckliegende halbe Jahr bewertet wurde. Hier mussten all diejenigen hinkommen, mit denen ich im August ausgereist bin. Um 10 Uhr morgens mussten wir da sein und wir wurden extra vorgewarnt, dass sie dieses Mal wirklich puenktlich abfahren und diejenigen, die zu spaet kommen, Pecht gehabt haben. Ich bin dann puenktlich um halb 11 beim AFS-Office angekommen und durfte dort dann noch 3,5 Stunden bis 2 abhaengen, weil wir aus organisatorischen Gruenden doch noch nicht los konnten. Ghana!

 

Es ging dann im AFS-Bus in die bergige Volta-Region, die links vom Volta und rechts von Togo begrenzt ist. Wir haben in dieser Woche nicht nur Seminare gehabt, sondern sind auch im Bus quer durch die Region gerollt um verschiedenste Sehenswuerdigkeiten zu sehen. Dabei habe ich auch die Busfahrten immer sehr genossen. Es ging durch die schlaengelnden Strassen in den Taelern waehrend man die urwaldgruenen Bergfronten zur linken und rechten bestaunen konnte, irgendwie so wie ich mir das laendliche Afrika manchmal vorgestellt habe. Wir haben es u.a bis zu den hoechsten Wasserfaellen Westafrikas geschafft, was sehr schoen, aber nicht zu beschreiben ist. Ausserdem haben wir ne Wanderung duch nen Urwald unternommen und ein Affen-Reservat besucht, was ich sehr genossen habe. Alles in allem war es eine sehr gute Woche.

 

Meine Gasttante hat vor 2 Jahren mit einer ehemaligen amerikanischen Gasttochter eine NGO gegruendet, die sich zum Ziel gesetzt hat in dem Heimatdorf meiner Gastfamilie – Ekumfi Attakwa –  Entwicklungsarbeit zu leisten. Letztes Jahr war das erste mal eine Grupe von Amerikanern da, die das Schulgebaeude renoviert haben.  Am 31 Maerz ist wieder eine 13-koepfige Gruppe von Amerikanern angekommen. Als ich an derem Anreise-Tag von der Arbeit gekommen bin, haben 4 von denen in meinem Zimmer Quartier bezogen. Einer von ihnen hat mich dann netterweise gefragt, ob ich nicht bei denen im Zimmer mit ihnen abhaengen moechte. Als ihm dann erklaert habe, dass es eigentlich mein Zimmer sei, war es ihm ziemlich peinlich, aber wir haben noch oft frueber gelacht.en 4 von denen in meinem ZImmer u sein, was eigentlich nie vorkommt t hat in dem Heimatdorf meine Gastfa Ich habe mir fuer 7 Arbeitstage Urlaub genommen, um bei dieser Sache dabei zu sein. Es war sehr eigenartig ploetzlich einer von 14 Weissen zu sein, was sonst eigentlich nie vorkommt. Wir sind dann am 1 April ins Dorf gefahren, wo wir in einem Haus der Familie unterkommen konnten. Wir wurden dann auch gleich sehr herzlich von den Dorf-Bewohnern und vielen Kindern begruesst, die uns mit verschiedenen Taenzen und Trommeleien willkommen hiessen. Von Freitag bis Samstag haben die Amis dann 8 Tage lang Hand angelegt, waehrend ich mich eher aufs Urlaub haben konzentriert habe, den ich bitter noetig hatte! 😉  Trotzdem war ich nicht ganz untaetig. Es wurde ein Spielplatz gebaut, ein Zaun darum, eine Wand gegen Erosion, die Mauern gestrichen und die Fussball-Tore wieder aufgebaut. Am naechsten Samstag gings dann mit der Truppe fuer 2 Tage zur Green Turtle Lodge, einer wunderschoenen Oekoferienanlage am Meer betrieben von 2 Englaendern. Es war wunderschoen! Waehrend dieser ganzen Zeit hat meine Tante, die Caterer ist, fuer die ganze Trupe gekocht. Immer wenn Gaeste da sind, kocht sie nochmal um ein ganzes Stueck besser, bzw anders. Ich habe es sehr genossen, da es manchmal zu Hause doch sehr langweilig werden kann. Am Montag-Abend ging es dann zurueck nach Accra und am Dienstag-Abend haben wir sie zum Flughafen gebracht. Es war eine sehr tolle Trupe und eine noch bessere Zeit. Schade, dass das schon wieder vorbei ist und sie wieder Tausende Kilometer entfernt von uns. Aber so ist das Leben wohl.

 

Fuer mich beginnt nun wieder ein neuer Abschnitt. Ich habe morgen (14.04.2011) meinen letzten Schultag vor den Ferien ( 25 Tage ). Diese moechte ich so gut wie moeglich nutzen um Ghana nochmal zu erkunden und vor allem in den Norden Ghanas zu kommen, der noch einmal ganz anders als der Sueden sein soll. Ausserdem gibt es im Norden den Mole-Nationalpark, in dem ich mir meinen Langzeit-Wunsch – Elefanten zu sehen – erfuellen moechte. Den Weg in den Norden werde ich wohl in einem Dampfer ueber den Volta-See auf mich nehmen, der am Montag im Sueden startet und eigentlich 36 Stunden benoetigt um in den Norden zu gelangen. Ich habe allerdings auch schon Reisende getroffen, die gesagt haben, es dauere ghanaische 72 Stunden. Schauma mal, ein Abenteuer wird es allemal. Ich werde auf jeden Fall spaetestens am 9 Mai wieder in Accra sein, weil dann mein Gastbruder Desmond aus Mumbai, India, zurueckkommen wird, worauf ich mich sehr freue. Am 10 Mai muss ich wieder zur Schule. Wenn es soweit ist, dauert es nur noch ca. einen Monat bis ich wieder in Deutschland bin. Meine Tage sind gezaehlt! :O

 

Das wars nun erstmal wieder von mir! Ich freue mich wie immer ueber Kommentare!

Liebe Gruesse, Arne!

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Januar 15, 2011

Filed under: Uncategorized — kwakoarne @ 11:20 am

Frohe Weihnachten, wenn auch sehr nachtraeglich! 😛

Nach meiner Reise ging es dann zurueck nach Accra, wo Weihnachten bevorstand, auch wenn es bei mehr als 30 Grad, kurzer Hose und T-Shirt absolut nicht in meinen Kopf ging. Die richtige Weihnachtsstimmung kam da nicht wirklich auf, aber ich glaube da sind die Deutschen auch echt verwoehnt. Bei der Street Academy-Weihnachtsfeier musste ich dann in das Gewand des Weihnachtsmannes steigen und seinen Bart anlegen, was bei den Temperaturen gar nicht so angenehm war, und durfte an die Kinder Weihnachtsgeschenke verteilen. Ansonsten wurde gegessen, getanzt. Das wars. Mehr gibt es von SA-Weihnachtsfeier nicht erzaehlen.

Noch am selben Tag bin ich nichtsahnend zu einem Stand gelaufen, um mir Handy-Credits zu kaufen, als mich ploetzlich eine Ghanaerin mit „Frohe Weihnachten“ begruesst hat. Erst dachte ich, dass es sich wieder nur um eine auswendig gelernte Floskel handelte, um damit vorbeilaufende „Obrunis“ (so werden Weisse oder Fremde in Ghana genannt) zu beeindrucken, es hat sich dann aber tatsaechlich herausgestellt, dass die aeltere Frau 27 Jahre in Deutschland gelebt hat und das beste daran war, dass sie nicht irgendwo gelebt hat, sondern in keiner anderen Stadt als Emden! „Ja, nicht alle Ostfriesen sind komisch“ hat sie nur gesagt 😀 SO klein ist die Welt.

Ansonsten war am 24 nichts mehr los, da in Ghana Weihnachten am 25 anfaengt. Leider hatte ich etwas zu grosse Erwartungen an diesen Tag, da er eigentlich wie jeder andere ablaufen sollte. Hinzu kam, dass eine meiner 2 „Haupttanten“ Weihnachten backend und bruzzelnd in der Kueche verbracht hat, was allerdings auch gewisse Vorteile schafft, da immer Meat-Pies, Muffins oder Chicken abzustauben sind! Lecker!  Schliesslich wurden dann irgendwann um 7 Uhr die wenigen Geschenke ausgepackt, die sich unter unserem Fake-Weihnachtsbaum angesammelt hatten und danach gab es ein Weihnachtsessen. Es gab Salat, Jollof Rice (gewuerzter Reis) und einen GANZEN (ein ganzes!?) Chicken! Das Essen war ziemlich lecker (auch wenn es in Ghana bei so gut wie jeder Festivitaet Reis und Chicken gibt. Nicht besonders kreativ! ), aber Weihnachtsstimmung kam auch hier nicht auf. Es war nicht zu vergleichen mit dem deutschen familiaeren Weihanchtessen. Es lief vielmehr so ab, dass jeder fuer sich gegessen hat und dann irgendwann aufgestanden ist, um wieder Fernsehen zu gucken oder Aehnliches. Meine aeltere Gastschwester konnte leider nicht dabei sein, weil sie leider gerade in diesem Moment weggehen musste, um sich Handy-Credits zu kaufen. Es wurde einfach nicht besonders viel Wert draufgelegt. Aber da ich mir nach wie vor einfach nicht vorstellen kann, dass Weihnachten war, habe ich es auch nicht vermisst, was wahrscheinlich ganz gut war.

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Onkel Kweku, Tante Nancy, Verwandte, ihr Sohn Adam und unser wunderbares Weihnachtessen! :) Nachdem ich den Gockel zerteilen durfte, sah er allerdings nicht mehr so ansehnlich aus ;)

Am 26 bin ich dann morgens mit einer meinen beiden Gasttanten und Kwesi (Gastbruder, 11) zur Kirche gefahren und auch hier war Weihnachten so gut wie gar nicht vorhanden. Am Anfang wurde nur gesungen und getanzt, was immer ziemlich viel hermacht als Zuschauer, aber nicht mehr so schoen ist, wenn einem dann auffaellt, dass alle um einen herum tanzen koennen 😉 Zu Beginn gabs also sehr viel Musik und dann gings es quasi nur noch darum Geld einzusammeln, weil es der letzte Gottesdienst im Jahr war. Zum Schluss gab es dann, weil Weihnachten war (also doch noch), ein gemeinsames Essen. Und ja, richtig geraten, es gab wieder Reis, Salat und Chicken!

Mein groesstes Weihnachtsgeschenk dieses Jahr war, dass mein Bruder Matthias mir gesagt hat, dass der Flug nach Ghana fuer den 28 Dezember gebucht ist! Dazu ein anderes mal. Ich hoffe ihr seid alle gut ins neue Jahr gekommen! Bis demnaechst. Ich versuche in Zukunft weniger auf einmal zu veroeffentlichen, aber das ist wohl auch nur einer dieser Vorsaetze 😉

 

Dezember Januar 9, 2011

Filed under: Uncategorized — kwakoarne @ 5:02 pm

MoinMoin,

Das letzte mal als ich mich gemeldet hab, war es noch November. Der Monat Dezember war ein sehr sehr gelungener Monat. Rueckblick:

Wie noch berichtet, haben wir von der Street Academy aus am 1 Dezember einen Aids-Awareness-Marsch durch Jamestown gemacht (armes Viertel Accras), um die teilweise sehr ungebildete Bevoelkerung auf Probleme wie Aids, aber auch Tuberkulose und andere Krankheiten hinzuweisen. Dabei haben die Kinder Plakate und Flyer bekommen, alle haben Street-Academy-gelbe Shirts getragen, wir wurden von einem kleinem Orchester mit Trommeln und Trompeten begleitet, jeder ( also fast jeder 😉 ) hat auf die tyisch afrikanische Art und Weise vor sich hingetanzt und es wurde hoffentlich auch etwas vermittelt. Ausserdem war es auch sehr schoen zu sehen, wie sich unabhaengige Personen, die gerade auf der Strasse rumliefen, einfach an unseren Tross herangehaengt und mitgetanzt haben.

Noch am selben Tag habe ich mich mit einem Freiwilligen in Accra an einem der groessten Maerkte getroffen, um das TroTro nach Takoradi zu nehmen, von wo aus es weiter ging nach Busua. Leider bin ich krank gewesen, als ich nach der knapp 6-stuendigen Busfahrt (220 km fuer umgerechnet 3 Euro J ) endlich aus dem Bus gestiegen bin. Nach einem Tag im Bett ging es mir dann aber auch wieder besser. Als ich dann das erste mal an den Strand gegangen bin, war ich ploetzlich wieder kerngesund. Es war echt wunderschoen, kaum zu beschreiben. Meilenweiter, sehr feiner Sandstrand, blaues Wasser, sehr schoene Brandung, umgeben vom gruen der Palmen und Buesche, hin und wieder mal eine Kolonne von einheimischen Fischerbooten am Horizont und das alles begrenzt von ins Wasser ragenden Klippen zur linken und zur rechten in ein paar Kilometern Entfernung. Sehr schoen! Wenn man dann mal nicht im Wasser war hat man sich auf die schattige Veranda des Surf-Shops gesetzt, wo gemuetlich gegessen und getrunken wurde. Traumhaft. Das Surfen war allerdings echt nicht so einfach. Irgendwie braucht das wohl ne gewisse Zeit bis man sich auf Board schwingen kann ohne dabei umzufallen. Leider hatte ich so viel Zeit nicht. Am Ende des Urlaubs gings schon wieder bergab mit meiner Gesundheit. Irgendwie geht hier im Moment ein Virus um, der mal kommt und mal geht und irgendwie nicht so leicht aus dem Koerper zu entfernen ist. Insgesamt hat es 5 aus unserer Gruppe getroffen. Naja, trotzdem eine tolle Erfahrung und auch irgendwie erholsam, auch wenn es nur 2 richtige Tage waren.

Was ist eigentlich im Dezember noch so passiert? Es ist schon wieder so lange her…

Im ghanaischen Schulsystem wird ein Schuljahr in Terms (also Drittel) unterteilt. Am Ende eines jeden Terms wird eine Abschlusspruefung in allen Faechern geschrieben. Diese mussten natuerlich auch alle korrigiert werden, was ganz schoen viel Arbeit machte. Dabei war es teilweise ziemlich erschreckend was man zu sehen bekommen hat, aber auch ermutigend und zum Teil auch sehr lustig. Man hat an den Abschlusspruefungen leider auch gesehen, dass einige Schueler aus meiner Klasse ueberhaut nicht vorankommen. Wenn es dann also einen Lueckentext im Fach Englisch gibt und die Kinder in die Luecken die passenden Woerter reinschreiben sollen, aber einige nur die Aufgabenstellung „Fill in the correct word“ in diese Luecke schreiben, fragt man sich teilweise, ob sie ueberhaupt was gelernt haben. Aber auf der anderen Seite gibt es auch Faelle, ueber man sich sehr freut. Ein Junge, der schon 16 ist, ist am Anfang des Schuljahres in unsere Klasse gekommen und hat wirklich gar nichts gerafft. Mittlerweile zaehlt er zu den Besten der Klasse. Sowas ist ermutigend. Tschooaa.

Am Ende des Terms stand dann wieder Erholung auf dem Programm. Ich habe naemlich jetzt Ferien oder besser gesagt Urlaub! Vom 16.12 bis zum 11.1 ! Ich will hoffen eine Menge vom Land zu sehen und ein bischen rumzukommen, und vor allem nicht zu viele Dinge nicht gleich wieder zu vergessen, um sie dann aufschreiben zu koennen. Eines meiner Hauptziele ist es Tiere zu sehen, da ich bisher –  abgesehen von Krokodilen und kleinen Echsen – noch keine exotischen Tiere gesehen hab, sondern nur die in Accra zu Tausenden herumlaufenden Ziegen, Huehner und Hunde. Nicht besonders spannend!

Meine erste Reise ging in die Volta-Region, dahin wo der Volta ins Meer muendet und ein riesiges sog. Volta-Delta aufspannt. Wir sind abends um 6 in Accra in ein Tro-Tro gestiegen, als uns noch versichert wurde, dass die Fahrt eine Stunde dauern wuerde, vllt etwas mehr, wenn „traffic“ ist, also viel Verkehr. Natuerlich waren wir dann doch erst um 10 im Zielort. Als wir aus dem Tro-Tro gestiegen sind, haben wir uns dann ploetzlich inmitten einer Motorrad-Gang wiedergefunden, die jeweils anboten, uns zu transportieren. Im Dunkeln ging es dann ueber einige Sandpisten und auch durch einige sehr enge afrikanische Fischer-Doerfer, deren Haeuser allesamt nur aus Palmen-Blaettern geflochten waren. Als wir dann an einer Holzbruecke ankamen, konnten wir mit dem Motorrad nicht weiterfahren und sind zu Fuss die letzten Kilometer ins Beach-Camp gelaufen. Nach einem sehr schoenen naechtlichen Spaziergang waren wir dann doch froh als wir den schweren Rucksack ablegen konnten und uns im Zielort entspannen konnten. Es war noch besser als meine erste Reise nach Busua. Das Beach-Camp (das aus mehreren Schlaf-Chalets, einem „Restaurant“ und paar Pavillons – natuerlich alles aus Palme gebaut – bestand) war auf einer Landzunge gelegen, die von der einen Seite vom Atlantik und von der anderen Seite vom Volta, der sich im Delta zu einer riesigen Bucht verwandelte, umgeben. Zwischen Palmen und den Palmen-Hauesern des Camps habe ich dann in einer Haengematte den vierten Advent verbracht, was ich mir natuerlich gar nicht vorstellen konnte. Als wir dann mehr Lust auf Action hatten, haben wir die Brandung im Ozean genossen, die ich wirklich nicht haette unterschaetzen sollen (wurde einmal von einer Moerder-Welle mitgerissen und hab mir dabei Ellenbogen und Schulter am Sand aufgerissen, armer Arne L ) und wenn uns mehr nach gemuetlichem „Plantschen“ war, ging es ins Volta-Becken. Wer hat schon so eine Auswahl? J Leider war das Essen im Camp relativ teuer (keine deutschen Preise, aber fuer uns zu viel), sodass wir einen Nachmittag zurueck ins Dorf ( oder Stadt!?) gefahren sind, um bei einer Einheimischen einen Topf auszuleihen und auf dem Markt irgendwelche Zutaten einzukaufen, die man sich zusammen vorstellen kann. Leider haben wir nur einen Motorrad-Fahrer gefunden, sodass wir alle Drei ( Niklas, Tim und ich) platz nahmen und somit eine ziemlich verrueckte und lustige Motorrad-Fahrt hatten. Ich zumindest habe vorher noch nie vier erwachsene Menschen auf einem Motorrad gesehen. Versuch das mal in Deutschland! 😀

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unkonventioneller Transport in Ghana ;)beim Essen machen mit Niklas und Tim ein Bierchen trinken :)Die Aussicht aus der Haengemattenach einem traumhaften Wochenende auf dem Rueckweg etwas erschoepft

Zurueck im Beach-Camp ging es dann ans Feuer machen am Strand. Bei Sonnenuntergang fingen wir dann langsam an zu kochen. Es gab Spaghetti mit einer Tomaten-Sauce (wovon wir leider zu wenig gekauft hatten), frischen Tomaten, Zwiebeln, Knoblauch und Pepper (ziemlich scharf). Als wir dann endlich fertig waren, haben wir in einem der am Strand stehenden Fischer-Boote platz genommen und den Loeffel herumgereicht, sodass jeder mal drankam. Leider hat das Verhaeltnis der Nudeln zu den anderen Zutaten ueberhaut nicht gepasst und man war froh, wenn man mal auf ne Zwiebel oder Tomate gebissen hat. Dazu kam, dass der Wind einen gefuehlten Kilogramm Strandsand in den Topf geweht hat. Der aufmerksame Leser liegt also richtig, wenn er denkt, dass es kein grossartiges Geschmackserlebnis gewesen sein kann. Es handelte sich vielmehr um einen mit Tomaten-Sauce angehauchten Spaghetti-Brei, dessen Primaerziel es war, unsere hungrigen Maegen zu fuellen. Der Hunger trieb es rein. Abgesehen vom Resultat unseres Koch-Abenteuers,  war es echt schoen bei Sonnenuntergang am Strand bei einem kaltem Bierchen auf einem Lagerfeuer vor sich hinzukochen, was den Geschmack etwas vergessen laesst.

Der Weihnachtsbericht folgt! Versprochen! Mumetje! 🙂

 

Vom ghanaischen Krankenhaus Dezember 1, 2010

Filed under: Uncategorized — kwakoarne @ 12:26 am

Moin,
von mir gibt es im Moment nicht so viel Spannendes zu erzaehlen. Vielleicht liegt es auch einfach daran, dass ich zwar Dinge erlebe, die irgendwie wohl interessant waeren, die ich aber gar nicht mehr als so interessant wahrnehme, weil fuer mich hier schon Vieles fast zur Normalitaet geworden ist.

Ich war allerdings bei einem HNO-Arzt, was auch fuer mich eine ganz interessante Erfahrung war. Es war nichts Schlimmes und ich wusste auch schon fast, was es war, aber ich wollte es lieber nochmal nachgucken lassen. Keine Sorge, Oma! 😀

Ich bin dann also mit meiner Gast-Tante zum Korle Bu Teaching Hospital gefahren, das eines der groessten und wohl auch renommiertesten Krankenhaeuser West-Afrikas sein sollte, so wurde mir gesagt.

Als wir angekommen sind, musste erst einmal eine Akte fuer mich angelegt werden. Dazu musste ich an einen Schalter kommen, an dem ich mit einem „Schalter-Mann“ den Bogen ausgefuellt habe. Er wollte dann Dinge wie Groesse, Geburtstort (blablabla) und Tribe (also Stamm) von mir erfahren. Als ich ihm dann erzaehlt habe, dass es bei uns in Deutschland keine Staemme gibt, wurde er ganz stutzig und wollte erst nicht weitermachen, bis ich ihn dann schliesslich davon ueberzeugt habe, dass es wirklich KEINE Staemme gibt in Germany. Nachdem ich dann endlich meine Akte bekommen habe, durften wir dann im Wartezimmer Platz nehmen. Der Begriff „Wartezimmer“ ist da aber wohl etwas fehl am Platze. Wartehalle wuerde es besser beschreiben, da Hunderte von Menschen in einem riesigen Raum ohne Waende sassen, der mich eher an die Wartehalle vor Interkontinentalfluegen erinnert hat.
Waehrend meiner Wartezeit haette ich mich wohl mit jedem Wartenden ueber die jeweilige Krankheitsgeschichte unterhalten koennen. Insgesamt sass ich naemlich von 8 bis 1 Uhr mittags in diesem Raum. Das wirklich Deprimierende daran ist, dass ich nach 5 Stunden Warten und 7 Minuten Behandlungszeit eine Diagnose bekommen habe, die ich schon vermutet habe. Aber was solls, so eine Erfahrung werde ich wohl (hoffentlich) nie wieder machen.

Ansonsten kehrt so langsam der Alltag ein. Ich habe meiner Gastfamilie beigebracht, mich mit „Mooooin“ zu begruessen, wenn ich von der Arbeit komme. Es fuehlt sich also immer mehr wie ein richtiges „Zu Hause“ an, auf das man sich nach einem anstrengendem Tag freut. Leider ist mein Gastbruder und Zimmer-Genosse Desmond (20) am Samstag nach Indien geflogen, um dort fuer 6 Monate ein Praktikum zu machen. Ich habe immer sehr viel mit ihm zusammen unternommen und mich sehr gut mit ihm verstanden, aber wenigstens haben wir noch einen Monat zusammen, wenn er dann im Mai wiederkommt. Ausserdem ist heute einer unser 3 Hunde gestorben. Der hat sich irgendwie beim Springen mit den Beinen verheddert und ist dann ungluecklich auf den Kopf gefallen. Sachen gibt’s! Leider war es der eine von den Dreien, der immer ganz aufgeregt zur Tuer gerannt ist und sich gefreut hat, wenn ich nach Hause gekommen bin, und sich erstmal eine Massage abgeholt hat aber leider erst 4 Monate alt war. Aber was willste machen. Es gibt Schlimmeres.

Morgen ist Welt-Aids-Tag und wird von der Street-Academy genutzt, um im aermsten Stadtviertel Jamestown (aus dem viele unserer Schueler stamen) AIDS-Aufklaerung zu machen. Wir haben also heute Schilder gebastelt mit einfachen Slogans wie „AIDS is REAL“, werden dann morgen mit jenen durch die Strassen laufen und in Jamestown Getraenke und Snacks verteilen und einige Krankenschwestern etwas ueber AIDS erzaehlen lassen, wenn wir am Bukum Square (grosser Platz der Jamestown-Community) mit unserem Tross (Lehrer, Freiwillige und vor allem Schueler) angekommen sind. Schauma mal.

Morgen Mittag beginnt dann fuer mich ein ganz anderes Kapitel. Ich hab mir am Donnerstag freigenommen und weil Freitag ein nationaler Feiertag ist, hab ich ein seeeehr langes Wochenende. Ich werde nach Busua fahren, das 250 km westlich von Accra liegt, mich dort mit einigen anderen Freiwilligen treffen, eine der billigen Absteigen am Strand nutzen, mich am Strand von all dem Schul-Stress erholen und wenn es gut laeuft sogar etwas Surfen lernen! FeinFein! Trotzdem vermisse ich die weihnachtliche Kaelte Deutschlands!

An dieser Stellen moechte ich mich noch einmal bei allen moeglichen Menschen bedanken. Bei meinen Spendern, bei meiner Familie, bei meiner Freundin, bei den Verwandten, Freunden, Bekannten, einfach allen moeglichen Menschen die mich in irgendeiner Weise unterstuetzt haben, unterstuetzen oder unterstuetzen werden, sei es auf finanzielle Art und Weise oder einfach nur durch Gespaeche oder aufbauende, motivierende, erzaehlende oder auch lustige Kommentare. Danke! Ich bin sehr dankbar, das hier machen zu duerfen. Arne

 

Ausflug zu den Buti-Falls November 12, 2010

Filed under: Uncategorized — kwakoarne @ 6:10 pm

Am Freitag sollten wir alle schon um 7 Uhr bei der Street Academy sein, damit wir SOFORT den Bus besteigen koennen um dann direkt loszufahren.  Der Grund dafuer, war ein geplanter Ausflug mit fast allen Kindern und Staff-Mitgliedern nach Koforidua, einem Ort ca. 3 Stunden entfernt von Accra, in der Eastern  Region.

Da ich schon irgendwie vorausahnen konnte, dass es mit 7 Uhr nichts wird, habe ich lieber zu Hause noch ein gutes Fruehstuck genossen (Toastbrot mit Spiegelei und Baked Beans) und bin dann so langsam losgetrudelt, um dann um 8 Uhr da zu sein. Vorher haben mich meine sehr lieben Tanten mit einem Lunch-Paket aus dem Haus geschickt, das zwar mit sehr leckeren Sachen gefuellt war und auch einige neidische Blicke auf sich gezogen hat, aber mir spaeter noch zum Verhaengnis werden sollte.

Als ich dann da war, hat sich mir das Bild gezeigt, mit dem ich gerechnet hatte. Das Fruehstueck, das fuer die Kinder gedacht war, war noch gar nicht ausgeteilt, einige der Organisatoren waren selber noch nicht da und niemand wusste so wirklich, wann es denn nun losgeht. Ghana eben. Ich hab mich dann schonmal an mein Lunch-Paket gemacht.

Aber dann ging es irgendwann doch noch los. Zu Beginn der Busfahrt war das Getanze und vor allem das Gesinge und Geklatsche der Kinder noch ganz nett anzusehen/ zo hoeren, aber nach 3 Stunden Busfahrt war ich ganz schoen genervt und froh, als wir dann endlich da waren. Auf unserem Weg ging es durch die Berge noerdlich von Accra, von wo aus man einen sehr schoenen Blick auf diese grosse Stadt hatte. Ausserdem war es mal wieder schoen, dass saftige gruen Ghana’s Natur zu sehen und frische Luft einzuatmen.  Eigentlich haette die Fahrt nur 2 Stunden gedauert, aber weil der Busfahrer einfach in irgendeinem Dorf am Wegesrand gehalten ist und erstmal fuer ca. ne Stunde abgehauen ist, hat sich alles ein bischen verzoegert. Niemand wusste so wirklich, was der Kerl gemacht hat.

Als wir dann endlich da waren, kam der wirklich anstrengende part unseres Trips. Um 2 der eher weniger spannenden Attraktionen (eine Palme mit 3 Haelsen und ein riesiger Felsen, der die Form eines Regenschirms hatte ) zu erreichen, mussten wir erstmal einen Berg erklimmen. Die Kinder sind da hochgeklettert wie die Ameisen, aber ich mit meinem schweren Gepaeck, hab mir dabei wirklich einen abgebrochen. Als ich dann endlich oben war, war ich klitschnass-geschwitzt, aber die schoene Aussicht, die sich uns auf dem Berg bot, war es auf jeden Fall wert. Ausserdem hab ich erstmal alles aufgegessen- und getrunken, damit mein Rucksack leichter und der Rueckweg nicht so anstrengend wird  😉

Als es dann endlich wieder runter ging – und zwar zu den Wasserfaellen – konnte man am Wegesrand immer wieder Schilder sehen, die uns davor warnten, dass es lebensgefaehrlich sei im Becken der Wasserfaelle zu schwimmen und auf eigene Gefahr sei. Das sollte sich allerdings als die typische Angst der Ghanaer vor dem Schwimmen herausstellen (die meisten koennen nicht schwimmen), da es absolut nicht gefaehrlich war, sondern einfach nur schoen, sich den Wasserfall auf den Ruecken plaetschern zu lassen oder das zumindest zu versuchen, da die Wucht des Wasserfalls uns immer wieder weggestroemt hat. Ein gutes Gefuehl. Auch ansonsten war alles dort unten sehr schoen anzusehen. Der Trip hat sich auf jeden Fall gelohnt, erst recht fuer die Kinder, die sonst selten die Stadt und ihren Alltag verlassen. Auf der Rueckfahrt waren dann zum Glueck alle Kinder etwas muede und ich konnte sogar etwas schlafen 🙂

Ansonsten bin ich an dem Wochenende noch zum Fussball-Spiel der „Hearts of Oaks“ aus Accra gegen den „FC Liberty“ aus dem nirgendwo gegangen, um mich mit ein paar anderen Freiwilligen zu treffen und Fussball zu sehen. Leider war das Spiel ueberhaupt nicht gut (0:1), aber ich habe eine neue Variante des „Schiedsrichterballs“ gesehen, der wohl jedem Interessierten ein Begriff sein sollte. Der Schiedsrichter hat einfach den Ball in die Hand genommen ist dann irgendwie zur Verwirrung ganz eigenartig mit dem Ball herumgerannt und den Ball dann irgendeinem Spieler zugeworfen. Aber warum? Komisch. Totzdem tat es mal wieder gut die anderen AFS’ler zu sehen und sich n bischen auszutauschen. Sooo, das war mein Wochenende! Fotos kommen bald! Jetzt seid ihr dran. Erzaehlt doch auch mal was ihr so erlebt 🙂

Liebe Gruesse aus dem heissen Ghana vom Ghana-Arne

 

Arbeit in der Street Academy November 3, 2010

Filed under: Uncategorized — kwakoarne @ 8:28 pm

Ich bin jetzt 84 Tage hier und den Grossteil  der Tage habe ich in der Street Academy – bei meinem „Arbeitgeber“ – verbracht. Das zentrale Ziel der SA ist es, Strassenkinder Accras  (unterschiedlichste Altersklassen; zwischen 5-18) zu bilden und  auch anderweitig zu unterstuetzen, um ihnen im Optimalfall am Ende ihres langen Weges ein „zivilisiertes Leben mit gesichertem Einkommen“ zu verschaffen.

Als ich im August dort angefangen bin zu arbeiten, war erstmal nicht sehr viel los, weil nur Vacation Class (=Ferienschule) war. Das heisst, dass die Kinder, die lang genug auf unsere Schule gegangen sind (meist 3 Jahre), nun ein Stipendium fuer eine staatliche Schule bekommen (in Ghana wird das Schulgeld nicht vom Staat getragen) und abschliessend noch einmal in Mathe und Englisch auf das Arbeiten in einer staatlichen Schule vorbereitet werden.

Nachdem die Vacation Class beendet war, wurden 2 Wochen lang neue Schueler „enrollt“. Damit ist gemeint, dass versucht wurde, neue Schueler aufzunehmen, die den Kriterien entsprechen. Unsere Zielgruppe sind Kinder z.B. aus den Vierteln Chorkor und Jamestown, die zu den aermsten Vierteln Accras gehoeren. Die Menschen dort leben auf engstem Raum zusammengepfercht in improvisiert aufgebauten Wellblechhuetten oder manchmal auch in heruntergekommenen Steinhaeusern.  Die Kinder, die von ihren Eltern\ Geschwistern\Bekannten zu unserer Schule gebracht wurden,  wurden einem Test unterzogen, der zeigen sollte, inwieweit die Kinder schon gebildet wurden und in welche Klasse sie kommen wuerden. Ausserdem wurde geprueft  – so uebel es klingt – ob die Kinder (bzw. die Eltern) arm genug waren, um zur Street Academy kommen zu duerfen, was das eigentliche Kriterium ist. Leider versuchen manche Eltern, die sich es eigentlich noch leisten koennten ihr Kind zu einer „normalen“ Schule zu schicken, ihre Kindern bei uns unterzubringen, um Geld zu sparen (was ich trotzdem sehr gut nachvollziehen kann). Bevor ich nach Ghana gekommen bin, dachte Ich, dass es sich um Strassenkinder ohne irgendeine familiaere Bindung handelt, die zur Street Academy kommen. Nach etwas Rumfragen, habe Ich dann herausgefunden, dass viele der Kinder zwar manchmal eine Familie (selten vollstaendig) oder andere Bekannte haben, aber diese so arm sind, dass die Kinder nicht zur Schule  gehen koennen und nicht im „Haus“ schlafen koennen, sondern irgendwo davor, da in dem Haus selbst kein platz mehr ist (dort schlafen schon Eltern\Bekannte\anderweitig Verwandte).  Da ich aber keine der Landessprachen spreche, hatte ich mit dem „Enrollment“ wenig zu tun, sondern musste z.B. Poster fuer die einzelnen Klassenraeume basteln oder die Schulhefte fuers kommende Schuljahr mit Umschlaegen versehen – sehr spannend.

Unser Schulgebaeude ist ungefaehr so gross wie 2 kleine deutsche Klassenraeume aneinandergereiht und soll Platz fuer 4 Klassen bieten, die nur mit mobilen Trennwaenden voneinander abgetrennt werden. Da sich viele Schueler der unterschiedlichen Klassen trotzdem noch sehen und vor allem auch hoeren koennen, werden die Kinder leider sehr leicht abgelenkt. Es ist unglaublich laut darin! Aber anscheinend ist schon ein neues Schulgebaeude in Aussicht. Anscheinend.

Was sind meine Aufgaben waehrend des „normalen“ Schulbetriebs?

Am ersten richtigen Schultag, also nach der Phase der Einschulung, habe ich das erste Mal erfahren, wie sich eine vollstaendig gefuellte Schulklasse verhaelt und anfuehlt. Eigentlich muesste ich „nur“ als Assistenz-Lehrer arbeiten, aber da Francis, der eigentliche Lehrer der Intermediate Class (Fortgeschrittene), an diesem Tag die alten Schueler, die nun das Stipendium bekommen haben, zu den jeweiligen staatlichen Schulen gebracht hat, stand ich alleine vor einer Klasse, die das erste Mal komplett gefuellt war. Ich wusste schon ungefaehr, was ich mit den Schuelern anfangen wollte, aber leider haben mich immer wieder unvorhersehbare Kleinigkeiten aus dem Konzept geworfen. Erfahrungen, die man wohl gemacht haben muss.

Meine erste richtige Unterrichtstunde sah ungefaehr so aus:

Nachdem ich zuerst  einige simple englische Vokabeln an die Tafel geschrieben hatte und diese dann zusammen mit den Schuelern buchstabiert und ausgesprochen habe, wollte ich danach ein Diktat mit genau diesen Vokabeln machen, bis mich das erste Problem mit den Bleistiften eingeholt hat. Leider sind nicht immer alle Bleistifte der Kinder angespitzt und da ich den einzigen Anspitzer bei mir hatte und dieser bei der ungeduldigen Meute der Kinder untergegangen waere, habe ich zuerst einmal die Rolle des anspitzenden Lehrers uebernommen.  Als ich dann dachte, endlich mit dem Anspitzen fertig zu sein und jeden Schueler mit einem funktionierendem Bleistift versorgt zu haben, stand die Haelfte der Klasse wieder vor mir, und zwar mit folgenden Problemen: Entweder waren Sie mit der Qualitaet des Anspitzens nicht zufrieden und wollten – wie der Nebenmann auch – einen sehr spitzen Bleistift haben (etwas spitz reicht manchen  da schon nicht mehr) oder – was noch deprimierender war – sie haben einfach die Miene herausgepult, mir den Stift unter die Nase gehalten und so getan als waere es vorher schon gewesen. Irgendwann konnte ich sie dann alle mit einer Mischung aus Wut und Geduld wieder auf ihre Plaetze verbannen und eeeeeendlich anfangen zu diktieren. Das zweite Problem mit den Bleistiften war das Einsammeln jener. Da die Stifte jeden Tag wieder eingesammelt werden, um sie vor den Kindern zu „schuetzen“ (geklaute Bleistifte wuerden am naechsten Tag nicht wieder auftauchen) habe ich versucht die Anzahl wieder reinzubekommen, die Ich rausgegeben hatte. Manche von den Kindern behaupten dann aber ganz dreist mir den „pencil“ schon gegeben zu haben und luegen mir ganz frech ins Gesicht waehrend Ich ganz genau weiss, dass das Objekt der Begierde unter dem Tisch des Schuelers liegt. Nach meinem Griff unter den Tisch und einem ploetzlichen Aendern des Gesichtsausdruckes des „Luemmels“ von Unschuldsmiene zum „Ich-weiss-von-nix-Blick“ kann man ueber diese „Probleme“ des Lehreranfaengers ganz leicht hinwegsehen, wenn man sich immer wieder vor Augen fuehrt, woher diese Kinder kommen, was fuer Werte von Gerechtigkeit und Ehrlichkeit dort gepredigt werden und wie diese Kinder auch sonst erzogen wurden. Ich haette vorher nie gedacht, dass ich meinem Leben noch einmal so viel ueber Bleistifte erzaehlen wuerde.

Irgenwie habe ich diese 2 Tage – die trotzdem irgendwie gut waren – ohne Francis dann auch ueberstanden und war froh, als er wieder da war und Ich mich meinen wirklichen Aufgaben als Assistenz-Lehrer widmen konnte. Meistens laeuft es so ab, dass Francis einfach seinen Unterricht macht und Ich und selber sehen muss, wie ich mich einbringen kann, auch wenn unsere Zusammenarbeit schon recht gut klappt, wuerde ich mal behaupten. Ich habe es z.B. so weit gebracht, dass das „deutsche“ schriftliche Addieren bei uns praktiziert wird, weil es unserer Meinung nach einfacher zu verstehen ist. Auch sonst koennen wir gelegentlich ein paar Sachen aus Deutschland uebernehmen, so wie ich sie gewohnt bin. Aus diesem Grunde bin ich froh, dass ich mit meinem „Vorgesetzten“  Lehrer Francis gut zu Recht komme und eine Zusammenarbeit zu Stande kommt (manchmal nehmen Lehrer gar keine Tipps der Freiwlilligen ernst und lassen nicht wirklich mit sich reden). Auch sonst ist Francis ein ganz lustiges und nettes Kerlchen, so wie die meisten anderen Mitarbeiter auch. Waehrend der Stunden gehe ich dann durch die Reihen und helfe einzelnen Schuelern beim Lesen oder Rechnen oder korrigiere z.B. Diktate. Allerdings muss man immer sehr viel Geduld mitbringen. Leider gibt es auch ein paar wenige Schueler in unserer Klasse, die trotz laengeren Aufenthalts in der SA nicht wirklich lesen koennen. Ich war wirklich schockiert als ich das rausgefunden habe, weil sie zwar in der Lage sind, einzelne Woerter, die sie schon oft gesehen haben, zu benennen, aber wenn ich ihnen dann einen Buchstaben des Alphabets gezeigt habe, waren sie am Ende ihrer Weisheit. Seitdem zitiere ich immer eine Hand voll Schueler aus der Klasse und mache mit ihnen zusaetzlichen Lese-Unterricht waehrend Francis parallel unterrichtet. Es ist nicht immer einfach, aber wenn man dann sieht, dass auch die eher schwaecheren Schueler „kleine Schritte gehen“ ist es sehr erfuellend und motivierend. Neben dem Unterricht bin ich dann an 3 Nachmittagen auf dem Fussballplatz anzutreffen, wo ich ,zusammen mit einem ghanaischen Coach, das Nachmittagsangebot „Fussball“ betreue. Aber davon habe ich schon einmal erzaehlt, habe ich irgendwo im Hinterkopf.

Allerdings ist das Arbeiten in der SA auch immer sehr anstrengend. Vor Allem durch die Kommunikations-Schwierigkeiten (die meisten Kinder sprechen kaum Englisch) aber auch wegen der Undiszipliniertheit der Baelger (treten, schlagen, klauen, schreien, luegen, rumrennen und mogeln) waehrend des Unterrichts kann man am Ende einzelner Stunden doch sehr geschafft sein. Wenn man sich dann voellig geschafft auf einen der freien Tische setzt und einfach nur abschalten und gar nichts machen will, kommt eigentlich immer eine Hannah, ein Solomon, ein LoveJoy oder eine Mawungo setzt sich nich neben mich, schaut den „grossen Weissen“ ganz lange an und studiert sehr genau die Merkmale, die von den Ghanaern unterscheidet. Ganz begeistert sind sie dann davon, wenn sie auf meine Hand druecken und jedes mal mit sehr grossen Interesse zuschauen, wenn meine Hand an der Druckstelle weiss wird und danach dann das Blut zurueck kommt und die Hand wieder so aussieht wie vorher. Es war nicht leicht zu erklaeren. Ganz hoch im Kurs sind ausserdem meine Haare, meine Muttermale und meine Beinbehaarung (Ghanaer haben bekannterweise eher gekraeuseltes Haar und sind glattes Haar deswegen nicht gewohnt). Aus dem Entspannen wird auf diese Art und Weise meistens nichts, aber trotzdem ist es irgendwie schoen, diesen wissbegierigen und neugierigen Kindern einfach nur durchs „da sein“ eine Freude zu machen und sie vielleicht ein Stueck weit ueber den rauhen Alltag ausserhalb der Schule hinwegschauen zu lassen. Solche Momente zeigen mir dann auch, dass die Kinder mich nicht mit Absicht zur Weissglut treiben, sondern einfach nur verspielt und unerzogen sind und es verdienen zur Schule gehen zu duerfen.

Alles in allem kann ich nur sagen, dass dieses Projekt wirklich sinnvoll und notwendig ist und ich froh bin, hier arbeiten zu duerfen.

So, das wars nach ein paar Wochen (die Gruende kennt ihr teilweise) erstmal wieder von mir. Ich will hoffen, dass ich naechster Zeit die Motivation und vor allem Zeit und Moeglichkeiten habe, mich regelmaessiger zu melden, damit ihr nicht immer solche Text-Brocken lesen muesst. Ohne Gewaehr! 😉

Liebe Gruesse und bis zum naechsten mal, Arne

 

Aus Cape Coast! Oktober 8, 2010

Filed under: Uncategorized — kwakoarne @ 3:54 pm

MoinMoin,

ich sitze gerade im Internet-Cafe von Hans Cottage! Das ist ein relativ grosser Park, in dem die Hauptattraktion Krokodile sind! 🙂 Ausserdem kann man hier Ferienwohnungen mieten, Tennis spielen, im Pool schwimmen und eben ins Internet-Cafe gehen. Gerade eben hab ich mich bis auf ein paar Meter an ein schlafendes Krokodil herangewagt! Uiuiui. Ich muss aber dazusagen, dass es nicht relativ gross war, vllt 3m gross. Keine Sorge, Oma! 😉 Ausserdem haette man einen Rundgang um das Krokodil-Gehaege (natuerlich ohne Zaeune oder weiteren Schutz) machen koennen. Leider hatte mein Gastbruder Desmond, der gerade neben mir sitzt, zu viel Angst davor.

Warum ich mich erst jetzt wieder aus Cape Coast melde? Zu Hause in Accra hatten wir in den letzten Wochen sehr oft Strom- und Internetausfall, weil die Hauptstrasse im Moment neu konstruiert wird und die Bauarbeiter nicht gerade zimperlich mit den Leitungen umgehen. Ich glaube manchmal sogar, dass die absolut keine Ahnung haben, welche Leitungen wo liegen, aber was solls. Am Donnerstag um 3 Uhr sind wir mit unserem hauseigenen TroTro in die Naehe von Cape Coast (ehemalige Hauptstadt der britischen Kolonie Goldkueste und deswegen auch die geschichtlich interessanteste Stadt. Hier kann man zum Beispiel ganz viel zu den Sklavenverschiffungen usw. erfahren) gefahren, um hier an einer Beerdigung teilzunehmen. Bis jetzt habe ich davon noch nicht viel mitbekommen, aber in Ghana sind Beerdigungen nicht die Beerdigungen, wie man sie sich vorstellt. Eher vergleichbar mit einer Party, auf der es viel zu Essen gibt, hat man mir gesagt. Mal sehen, wie das alles wird. Das Einzige, was ich weiss, ist, dass die Beerdigung am Freitag, am Samstag UND am Sonntag stattfinden wird. Schauma mal!

Wie die Beerdigung dann wirklich ausgesehen hat und was ich hier sonst noch so erlebe, schreib ich irgendwann, wenn ich zu Hause wieder Internet habe.

Bis dahin alles Gute und liebe Gruesse, Arne!